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Rundgeschaut 10.2.2016

Notprogramm

In der vorigen Woche wurde bekannt, dass im Januar 40.000 Asylsuchende weniger nach Deutschland gekommen sind als im Dezember, aber doppelt so viele wie im Januar 2015. Die Zahl der Asylanträge habe sich im Januar gegenüber dem Vorjahres-Januar mehr als verdoppelt, um 176,9 Prozent sei im Vergleich die Zahl der Asylentscheidungen gestiegen. In der Stadt Stuttgart arbeiten derzeit Mitarbeiter aus fünf Bürgerbüros der Stadtbezirke mit an der Abarbeitung eines Überhangs von 3.000 Fällen, in denen die Menschen auf ihre Meldebestätigung warten, die sie benötigen, um zum Beispiel ein Bankkonto eröffnen zu können. Derweil wurden die ersten Turnhallen geleert und neu bezogen, so in Hedelfingen. Die ersten Flüchtlinge, die dort dreieinhalb Monate mit fast hundert anderen Menschen in Stockbetten zwischen Bauzäunen lebten, konnten in kleinere Wohneinheiten wechseln. Eine nächste Station auf ihrem langen Weg in ein hoffentlich irgendwann besseres Leben. Sie sind damit schon eine Stufe weiter als die, die jetzt in die Turnhalle nachrücken. Ihren Aufenthalt beschreibt der zuständige Sozialarbeiter passend als „Notprogramm” auf dem langen Weg von Krieg, Bomben, Terror, über Flucht, Schleuser, Mittelmeer, Todesangst, Europadurchquerung zu Fuß, dann Lager in der Türkei, Lager in Bayern, ELA und dem, was noch kommt. Das ist es. Noch Not, aber immerhin schon Programm.