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Rundgeschaut 3.2.2016

Verantwortung

Die Deutsche Bank hat 2015 fast sieben Milliarden Euro Verlust gemacht. Das habe den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft veranlasst, den Vorständen für das vorige Geschäftsjahr keine Boni zu bewilligen. Zu seinem Namen kam der Bonus ja auch, weil er besonders gute Leistungen belohnen soll. Wer pro Tag 19 Millionen Euro in den Sand setzt, mag vielleicht für sich in Anspruch nehmen können, eine besondere Leistung erbracht zu haben. Aber keine besonders gute. Allenfalls vielleicht nicht die schlechtest mögliche. Insofern muss man es wohl als konsequent ansehen, dass die Aufsichtsräte von Deutschlands größtem Geldinstitut auf einen Malus verzichtet haben. Nach dem Motto: dumm gelaufen, hätte aber noch schlimmer kommen können?! So muss es wohl auch der jetzige Deutsche Bank-Chef John Cryan gesehen haben, als er sich – einer Wirtschaftsmeldung zufolge – vom Beschluss des Aufsichtsgremiums wenig überrascht gezeigt hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang Cryans Äußerung, er fühle sich für den Vorjahresverlust persönlich verantwortlich. Was hat er damit gemeint? Von einem Rücktrittsgesuch oder einer freiwilligen Zahlung an Aktionäre ist jedenfalls nichts bekannt. Verantwortung kann man offenbar gut fühlen. Aber schlecht wird einem davon wohl nicht.