Kein Glückwunschtelegramm vom Kanzler

Deutschlands Leichtathleten haben bei der Europameisterschaft in Birmingham erfreulich viele Medaillen eingeheimst. Nachdem am Schlusstag Amanal Petros für sich die Goldmedaille und mit seinem Team für Deutschland die Silbermedaille gewonnen hatte, bemängelte in der Abendsendung der ARD – nach der offiziellen Siegerehrung samt Nationalhymne – Moderator Claus Lufen, dass die Sportler noch kein Glückwunschtelegramm aus dem Kanzleramt erhalten hätten. Zwar kann man in diesen Zeiten trefflich kritisieren, was der Kanzler alles nicht oder falsch macht. Zum Ausbleiben von Glückwunschtelegrammen kann er aber nichts. Die werden nämlich schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert nicht mehr ins Ausland befördert. Also hätte bereits der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder einen anderen Kommunikationsweg wählen müssen. Auf ein Telegramm als Medium für die Beglückwünschung hätten die Athleten im Jahr 2026 übrigens auch dann verzichten müssen, wenn die EM in Deutschland stattgefunden hätte. Denn: Auch hierzulande werden bereits im vierten Jahr keine Telegramme mehr befördert – mangels Nachfrage. Aber im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden sie noch schmerzlich vermisst.

Rundgeschaut … Die WILIH-Kolumne


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