Leben in der Großstadt

Warum wollen eigentlich immer mehr Menschen in Großstädten leben? Der Wohnraum ist knapp, und wenn man eine Wohnung findet, ist sie meistens sündhaft teuer. Baulücken werden nur selten für Neubauten genutzt, die sich Otto Normalverbraucher leisten kann.

Trotzdem gehen Neubauwohnungen weg wie warme Semmeln. Oft jedoch eher als Geldanlage denn aus Wohninteresse. Die Fortbewegung in der City wird auch immer schwieriger. Elend lange Staus zehren an den Nerven und kosten Zeit, die dem eigentlich angestrebten urbanen Leben abgeht. Und ob die Staus abnehmen werden, wenn demnächst die Autos, die zwischen Stoßstange und Stoßstange einen Dieselmotor nicht mehr ganz neuer Bauart haben und deshalb – wie aus Stuttgart oder bald wohl auch München ausgesperrt werden sollen –, bleibt abzuwarten. Die Münchener mögen vielleicht noch stärker aufs Fahrrad umsteigen, weil ihre City schön eben ist und die Radwege weniger dusselig sind als zuweilen in Stuttgart. Wo man im Übrigen besser ein E-Bike kauft, wenn man auf zwei Rädern regelmäßig die unvermeidbaren Höhenunterschiede bewältigen will. Dumm nur, dass ein Fahrrad mit Elektroantrieb den Gebrauchtwagenerlös eines alten Dieselautos schnell aufzehren kann. Bleibt also noch die Hoffnung auf ein gutes Netz und erschwingliche Ticketpreise für öffentliche Verkehrsmittel. In Großstädten oft ein frommer Wunsch mit geringem Bezug zur Realität. Also doch lieber (wieder) aufs Land ziehen?

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 21.6.2017

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