Ostfilderfriedhof – Wühlmäuse richten immer mehr Schäden an

Stuttgart-Sillenbuch … Auf dem Ostfilderfriedhof richten Wühlmäuse immer größere Schäden an Grabpflanzen an und untergraben Schrittplatten. Das Problem betrifft nicht nur einzelne Gräber, sondern etliche Abteilungen des Friedhofs. Deshalb ist die Stadt Stuttgart gefragt. Deren Antworten setzen auf die Hoffnung, das sich das Problem auf natürliche Weise löst.

Problem „relativ groß” – Gärtnerei testet Pflanzschalen

Die örtliche Friedhofsgärtnerei Gehrung hat jetzt probeweise auf Pflanzschalen umgestellt (Foto oben). Aber damit kann sie allenfalls ihren Grabpflegekunden eine Sorge nehmen. Und auch nur für die jeweilige Saisonbepflanzung, wie Matthias Kull erklärt. Der Gärtnerei-Geschäftsführer bezeichnet das Problem als „relativ groß”. Die Mäuse würden nicht bloß Saisonpflanzen zerstören, sondern gefährdeten mit ihren Gängen auch Bodendecker und Gehölze. Und das nicht bloß auf dem Ostfilderfriedhof. Auch auf den Friedhöfen in Heumaden und Riedenberg seien bereits Wühlmäuse aktiv. Außerdem brächten ihre unterirdischen Aktivitäten immer mehr Platten zum Wackeln. Dafür ist aber nicht die Gärtnerei zuständig, sondern die Stadt.

Das Friedhofsamt habe bislang wenig unternommen, beklagt Kull. Vereinzelt seien Vergrämungsmittel eingesetzt worden. Doch dadurch ließe sich das Problem nur vorübergehend an andere Stellen verlagern. Matthias Kull empfiehlt daher den Einsatz einer Fachfirma.

Was tun gegen eine Massenpopulation von Wühlmäusen?

Das fordert auch die örtliche SPD, die dazu heute (14.10.2026) im Bezirksbeirat einen Antrag einbringt. Das städtische Friedhofsamt hat den Bezirksbeiräten zwar in der September-Sitzung ein Informationsblatt zur Wühlmausproblematik ausgehändigt. Die Sozialdemokraten wollen sich damit aber nicht zufrieden geben.

Die Stadt sieht nämlich keine Möglichkeiten, „Wühlmäuse wirkungsvoll und auf Dauer von einer großen Fläche wie einem Friedhof zu vertreiben”. Durch ihre schnelle und starke Fortpflanzung käme es immer wieder zu „Massenpopulationen”, schreibt das Friedhofsamt. Und: „Der Jahrgang 2026 scheint ein solches Massenpopulationsjahr zu sein.”

Stadt setzt auf Mäusebussarde – Grabsteine nicht gefährdet

Mit chemischen Mitteln käme man dem nicht bei, teilt die Stadt mit. Sie seien laut Friedhofssatzung verboten. Neben einer punktuellen und zeitlich begrenzten Vergrämung „mit biologischem Duftstoffgranulat” setzt die Stadt auf Unterstützung durch Mäusebussarde. Noch in diesem Jahr würden „zwei Greifvogelsitzstangen auf den großen Wiesenflächen des Ostfilderfriedhofes aufgestellt”.

Eine Sorge ist laut Stadt unbegründet: „Grabsteine sind durch die Wühltätigkeit von Mäusen nicht standsicherheitsgefährdet.”


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