Vermüllter Mazda-Roadster am Straßenrand – Was tun?
Stuttgart-Hedelfingen … Zufallsfund an der Friedrichshafener Straße neben dem Hedelfinger Friedhof: Ein schwarzer Mazda steht in einer Reihe geparkter Autos. Unter den Scheibenwischern etliche bereits verwitterte Strafzettel, eine seit fast einem Jahr abgelaufene TÜV-Plakette und ein total zugemüllter Innenraum. Was ist mit dem Auto los? Lebt der Besitzer noch? Was passiert jetzt mit dem Wagen? Was soll man tun, wenn man so etwas entdeckt? Wir haben Stadt und Polizei gefragt.
Äußerlich macht der Mazda MX-5 mit Hardtop noch einen ganz guten Eindruck. Laub auf der Karosserie des Roadsters und Reste eines silbernen Sonnenschutzes, der offenbar mal die Windschutzscheibe bedeckt hat, deuten aber darauf hin, dass sich schon länger niemand mehr um das Auto gekümmert hat. Eine Zulassungsplakette hat es noch auf den Kennzeichen, die HU ist seit zehn Monaten überfällig. Das allein muss aber noch nichts zu bedeuten haben.
Bislang wurde das Auto noch nicht gemeldet
Mehrere verwitterte Strafzettel machen jedoch stutzig. Auf einem steht „Verwarnung”, ein anderer trägt die Aufschrift „An die Zulassungsstelle”. Ausgefüllt und angekreuzt ist darauf nichts. Von weiteren Zetteln sind nur noch Fetzen übrig. Offenbar hat das aber bis jetzt nicht zu irgendwelchen Maßnahmen geführt.
Merkwürdig ist aber vor allem, dass der Innenraum des Mazda mit Einkaufstüten und Stofftaschen voller Gegenstände, Textilien, Papieren, einer Getränkedose und einer Menge anderer Gegenstände vollgestopft ist. So parkt doch niemand sein Auto. Anlass zur Sorge?
Gestört hat sich daran offenbar in dem Hedelfinger Wohngebiet noch keiner. Denn die Stadt Stuttgart teilt mit, dass das Auto „bislang noch nicht gemeldet” wurde. Und die Polizei egänzt: „Solange das Fahrzeug angemeldet, fahrtauglich und ordnungsgemäß im öffentlichen Verkehrsraum geparkt ist, besteht kein Handlungsbedarf.”
Fahrzeughalter angeblich bekannt – aktuell aber kein Grund zur Kontaktaufnahme
Könnte dem Halter etwas passiert sein? Lebt er überhaupt noch? Die Polizeipressestelle hat das zuständige Polizeirevier informiert und teilt nun mit: „Der Fahrzeughalter ist bekannt, Gründe für eine persönliche Kontaktaufnahme bestehen aktuell nicht, da das Fahrzeug ordnungsgemäß parkt.” Immerhin: „Es ergaben sich keine Hinweise darauf, dass sich in dem Fahrzeug Personen befinden.”
Zur Verfolgung ignorierter Strafzettel sowie zu einer möglicherweise irgendwann notwendig erscheinenden Beseitigung des Fahrzeugs verweist das Stuttgarter Polizeipräsidium auf die Stadt Stuttgart. Im konkreten Fall passiert wohl erst einmal nichts: „Aktuell besteht kein Bedarf, das Fahrzeug zu öffnen.”
Allerdings will die Stadt das Auto nun „entstempeln” lassen. Zwischenzeitlich habe das Amt für öffentliche Ordnung
eine Betriebsuntersagung ausgestellt, sodass dies jetzt möglich sei. Und dann „kümmert sich die Straßenverkehrsbehörde um das Fahrzeug.” Zunächst allerdings auf dem Verwaltungweg: „Der Halter beziehungsweise die Halterin wird unter der aktuellen Meldeanschrift zum Fahrzeug angehört”, teilt eine Stadtsprecherin mit. Und die Ahndung überfälliger Strafzettel erfolge über die Bußgeldstelle.
Was soll der Bürger tun, wenn er so etwas entdeckt?
Wie lange das Auto noch an der Friedrichshafener Straße stehen wird, ist nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht abzusehen. Denn: „In erster Linie liegt die Verantwortung für die Entfernung des Fahrzeugs beim Halter beziehungsweise bei der Halterin.”
Und was empfehlen Polizei und Stadt den Bürgern, wenn sie so etwas in ihrer Nachbarschaft entdecken? Und sich vielleicht Sorgen machen, dass dem Autobesitzer etwas passiert sein könnte? Den Fall persönlich oder telefonisch bei der Stadt Stuttgart oder einem beliebigen Polizeirevier melden!
WILIH-Leser sind Bescheidwisser. Den wöchentlichen WILIH-Newsletter kostenlos abonnieren und immer kompakt informiert sein! Einfach hier klicken und gleich anmelden, dann bekommen Sie einmal in der Woche die Themen der Woche frei Haus! Abbestellung jederzeit möglich!






Mazda Roadster vermüllt. Ein vergleichbarer Fall ist in Heumaden über der Straße in der Bernsteinstrasse zu sehen: kurz vor der Abzweigung zur Kemnater Straße.