Wenn der Gender-Biber an der Sprache nagt
Die „Biberberatenden” hielten kürzlich mal wieder eines ihrer Routinetreffen ab, ließ das Regierungspräsidium verlauten. Abgesehen von der Frage, wie sich Biber von Menschen beraten lassen, zuckt der ungegendert Aufgewachsene bei einer derartigen Formulierung zusammen: Warum um des Bibers willen sind aus Beraterinnen und Beratern jetzt Beratende geworden? Zumal ihre Aufgabe laut Erläuterungen (Erläuterndem?) darin besteht, „Bürgerinnen und Bürgern” (allerlei Geschlechts) ehrenamtlich als (sic: männliche) „Partner” zur Seite zu stehen. Hauptamtlich tun dies übrigens auch noch zwei (nochmal sic: männliche) „Bibermanager”, denen die sprachliche Beförderung zu Managenden vielleicht noch bevorsteht. Der geneigte so etwas Lesende mag sich über solche Sprachverwirrung nur noch wundern. Doch der Gender-Biber nagt auch an anderen Stellen gerne mal an unserer Sprache und hinterlässt ungeahnte Wortschöpfungen. So reibt man sich die Augen, wenn man die Einladung zu einer örtlichen Sitzung liest, in der nicht mehr Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen werden, Fragen zu stellen, sondern nur noch „Einwohnende”. Allerdings müssen sie sich dazu ungeachtet ihres Geschlechts höchstselbst in das Gremium der zu kommunalpolitischem Behufe beieinander Sitzenden bewegen, um nicht zu sagen: in die Sitzung. Dadurch ausgeschlossen sind Bürgerinnen und Bürger, die gerade eine Haftstrafe verbüßen. Sie sind nämlich vorübergehend keine Einwohnenden – sondern Einsitzende. Live und in Farbe am politischen Geschehen können sie sich erst wieder nach ihrer Freilassung beteiligen. Dann als sich an ihrer Rückkehr in das Reich der Einwohnenden erfreuende ehemalige Eingesessene.
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