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Rundgeschaut 9.3.2016

Licht und Schatten

Schlechte Zeiten für Vorbilder. Ob man sich nun für Sport­stars, prominente Politiker oder polyglotte Funktionäre begeistern möchte – unumstrittene Idole gibt es kaum noch. Selbst die „Lichtgestalt” schlechthin, der „Kaiser” Franz, wird in der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland nun von allen Seiten beleuchtet. Wo viel Licht ist, da ist aber auch viel Schatten – weiß der Volksmund. Im Schatten jedoch ist es verhältnismäßig dunkel. Und dort nach der Wahrheit zu forschen, erfordert „Leuchten” und erhellende Aussagen. Letzteres bereitet oft Schwierigkeiten. Denn dort, wo Macht und Geld zu vergeben sind, erweist sich Transparenz als Risiko. Je größer die Summe und je bedeutender der Posten, um so dichter wird meist der Nebel. Wer viel weiß, der kann auch viel vergessen. Und wer nicht mehr lebt, ist als Auskunftsperson besonders zu empfehlen, denn er kann nichts Unwerwünschtes mehr sagen. Daher sind Recherchen schwierig. Und Nachweise kaum zu führen. Kommt dann ein Ergebnis zustande, wie jetzt im Auftrag des DFB erarbeitet, dass zwar keine Beweise zu finden waren, dies aber nicht ausschließe, dass es welche geben kann, ist das wenig erhellend. Ein Freibrief ist es aber auch nicht. Nicht für Lichtgestalten und nicht für Dunkelmänner.