Grüezi, es lebe der Käseigel!

Unter den PR-Meldungen, auf die man nicht gewartet hat, sticht heute eine mit schweizerischem Hintergrund hervor. Anlass: Ein Schweizer Käsefest lockt demnächst in die Stuttgarter City. Dann „dreht sich alles um Schweizer Käse, seine Identität und Besonderheiten”, wird versprochen. Wer sich mitdrehen möchte, sollte sich darauf einstellen, missioniert zu werden. Denn weiter heißt es: „Die Mission von Schweizer Käse ist es, Menschen zu verbinden – miteinander und mit der Natur.” So ein Käse? Keineswegs! „Ein wenig Brot, Schweizer Käse auf einem Holzbrett, dazu ein paar Nüsse, Früchte und Menschen, die einem wichtig sind – so einfach kann das gute Leben sein”, erklärt ein Schweizer-Käse-Marketing-Manager. Damit diese Freude langfristig möglichst viele Stuttgarter mit den Schweizern teilen können, dürfen sie in Tutorials von den Eidgenossen lernen, wie man ein Käsefondue zubereitet oder Raclette im Turboofen auf Geschmackstouren bringt, und sich als Plattenleger betätigen, indem sie Käseplatten legen, die sie anschließend mit nach Hause nehmen dürfen. Inklusive Holzbrett in einer Kühltasche – vermutlich gegen entsprechenden Ausgleich in Schweizer Franken oder Euros, darüber verrät der PR-Text nichts. Im trauten Heim darf dann ein Hauch von Urlaub in den Bergen nachempfunden werden – kulinarisch zumindest. Und wem es mundet, der mag vielleicht demnächst einem in den Sechziger und Siebziger Jahre beliebten bis unvermeidlichen Begleiter geselliger Zusammentreffen – als Personenzahlen, Abstände zwischen den Feiernden oder Maskenpflicht noch kein Thema war, allenfalls in Science Fiction-Romanen oder -Drehbüchern – zum Revival verhelfen: dem Käseigel. Ein herzliches Grüezi!

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