Hohe Benzinpreise – Der Staat verdient kräftig mit
Die Mineralölkonzerne sind im Moment die Buhmänner der Nation. Die Vorwürfe lauten ungefähr so: Sie stopfen sich die Taschen voll, sind Kriegsgewinnler und missbrauchen auch noch die seit dem 1. April geltende Neuregel, dass nur noch mittags um 12 Uhr die Preise erhöht werden dürfen. Und: Der Staat macht nix dagegen. Liebe Konzerne, die neue, bei den Österreichern abgekupferte Regel, dass nur noch einmal am Tag die Preise erhöht werden dürfen, heißt beileibe nicht, dass Ihr die Preise jeden Tag anheben müsst! Und lieber Staat: Du verdienst schließlich an jedem teurer gewordenen Liter Benzin oder Diesel ordentlich mit. Neben den Festbeträgen für Energiesteuer und CO2-Abgabe beinhaltet der Treibstoffpreis nämlich auch noch die Mehrwertsteuer. Die in jedem Cent Preiserhöhung enthaltenen 19 Prozent kassiert also der Staat. Rechnet man mal überschlägig aus, wie stark sich Benzin und Diesel seit Beginn des Irankrieges verteuert haben – Berechnungen des ADAC zufolge rund 40 Cent pro Liter Superbenzin E10 beziehungsweise etwa 70 Cent pro Liter Diesel –, dann fließen pro Liter jetzt circa 6,5 beziehungsweise 11 Cent mehr Mehrwertsteuer aus dem Zapfhahn direkt in die Staatskasse. Das muss man nicht per se verwerflich finden. „Der Staat” – das sind schließlich wir alle. Doch man sollte es im Hinterkopf haben, wenn man zur Tankstelle fährt. Ein ähnliches Phänomen gibt es übrigens bei alkoholischen Getränken. Auch da verdient Vater Staat ordentlich mit. Je nach Getränkewahl fallen Alkopop-, Sekt- oder Alkoholsteuer an – und die allgegenwärtige Mehrwertsteuer. Sich die hohen Spritpreise schön zu trinken, ist deshalb keine Lösung. Zumindest keine billige.
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