Illegaler Müll neben Containern – AWS lässt säubern

Stuttgart … Illegale Müllablagerungen neben Altglas- und Altkleidercontainern sind ein Dauerärgernis – und nehmen immer noch zu. Besonders häufig und intensiv diskutiert wurde hierüber in jüngster Zeit in Wangen. Betroffen ist aber die gesamte Landeshauptstadt. Deshalb zieht der städtische Abfallbetrieb AWS jetzt die Notbremse: Die regelmäßige Reinigung aller 147 Containerstandorte wird an einen externen Dienstleister vergeben.

Die Stadt Stuttgart teilt dazu am 19. Juni mit: „An den Standplätzen für Altglas- und Altkleidercontainer im Stuttgarter Stadtgebiet werden zunehmend Abfälle abgestellt, die dort nicht hingehören.”

Verwirrende Regeln für die Entsorgung von Altkleidern

Verschärft wird das Problem offenbar durch eine seit 2025 geltende EU-Richtlinie zur verpflichtenden Getrenntsammlung von Alttextilien. Mangelndes Verständnis für den Umgang mit Altkleidern und die Bequemlichkeit der Menschen führen in der Folge zu einer Kettenreaktion mit unangenehmen Konsequenzen für Anwohner und Abfallbetrieb: Kaputte oder verschmutzte Kleidungsstücke, die weiterhin über den Hausmüll zu entsorgen sind, werden dennoch in Sammelcontainer gesteckt, die dann schneller als nötig überfüllt sind. Passt nichts mehr hinein, wird es zu oft einfach neben die Container gestellt. Und zieht dann weitere Abfälle an.

„Um dieser Entwicklung zu begegnen, wird die Reinigung der Containerstandorte ab Juli 2026 für drei Jahre an einen externen Dienstleister übertragen”, teilt die Stadt mit. Grund: Die AWS schafft die – eigentlich nicht zu ihren Aufgaben gehörende – Beseitigung illegaler Hinterlassenschaften nicht mehr. „Eine vollständige Übernahme der Containerstandplatzreinigung mit eigenen Kräften würde erhebliche Kapazitäten binden und die Flexibilität in anderen Bereichen einschränken”, heißt es.

Notlösung kostet die Bürger 1,2 Millionen Euro

Nun sollen alle 147 Stuttgarter Containerstandorte einmal pro Woche von einem Dienstleister gereinigt werden. Besonders verschmutzte Standplätze (Hotspots) würden sogar bis zu fünf Mal pro Woche gesäubert, kündigt die Stadtverwaltung an. Für die Stuttgarter Bürger ist das eine teure Notlösung: „Die voraussichtlichen Gesamtkosten belaufen sich dabei auf rund 1,2 Millionen Euro.”

Foto oben: Bilder wie diese sind eher die Regel als die Ausnahme. Deshalb formulierte der Bezirksbeirat Wangen in seiner Mai-Sitzung den Wunsch an die Stadt, am Kirschenweg einen zusätzlichen Altkleidercontainer aufstellen zu lassen. Ob das hilft?


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Ein Kommentar zu „Illegaler Müll neben Containern – AWS lässt säubern

  • Benjamin Schuster

    Die neuen Vorschriften zur Entsorgung von Textilien sind das eine. Was die Bürger daraus machen, ist das andere.

    Mein gesunder Menschenverstand sagt mir ohne großes Nachdenken, wann ich gebrauchte Kleidung in einem Altkleidercontainer entsorge und wann ich den Restmüll benutze. Dazu brauche ich keine EU und keinen Politiker. Ich bin volljährig, erwachsen und des Denkens fähig. Und ich hoffe ich setze da nicht zu viel voraus, wenn ich das gleiche von meinen Mitmenschen erwarte. Aber so ganz sicher bin ich mir bei der Einschätzung leider nicht.

    Und wenn aus welchen Gründen auch immer ein Altkleidercontainer voll ist, dann stell ich meinen Müll nicht daneben ab, sondern nehme ihn wieder mit nach Hause, suche einen anderen Altkleidercontainer auf oder entsorge alles im Restmüll. Genügend Optionen für Bürger mit einem Mindestmaß an sozialer und zivilisatorischer Kompetenz.

    Und wäre deren Zahl nicht ganz offensichtlich so gering, wie sie scheinbar ist, müsste die AWS auch nicht jährlich €1,2 Millionen Steuergelder für die Reinigung dieser Stellplätze ausgeben.

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