Jahresrückblick – Wangen im Jahr 2025

Stuttgart-Wangen … Jakob Bubenheimer, Bezirksvorsteher von Wangen, blickt auf 2025 zurück. Dabei resümiert er die Wangener Themen des Jahres, ordnet sie ein und gibt Ausblicke auf Herausforderungen im Jahr 2026.

Liebe Wangenerinnen und Wangener, liebe WILIH-Leserinnen und -Leser,

ich hoffe, Sie haben das Jahr 2026 gut angefangen. Ich selbst ließ es ruhig angehen, weswegen Sie erst heute den traditionellen Jahresbericht im WILIH digital „in den Händen“ halten. 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gutes und gesundes Jahr 2026!

Geendet hat das vergangene Jahr mit einer wiederbelebten Veranstaltung. Nachdem seit 2019 zu Silvester keine Menschen mehr mit Fackeln den Wangener Berg hochgezogen waren, erlebte der Silvesterfackellauf 2025 ein echtes Revival. Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher trafen sich zunächst in der Kelter, um dann gemeinsam zum evangelischen Gemeindegarten zu laufen – um dort das traditionelle Feuerwerk gemeinsam zu bestaunen. Die SportKultur Stuttgart mit den Mattenspringern und vielen Engagierten rund um Benny Bruckner haben damit gezeigt: Wenn alle zusammen anpacken, Risiken realistisch eingeschätzt werden und man mit Freude an die Sache geht, können Feste und Veranstaltungen aufrechterhalten oder sogar wiederbelebt werden. Schon jetzt freue ich mich darauf, das Jahr 2026 erneut mit einem gemeinsamen Fackellauf ausklingen zu lassen.

Der Fackellauf reiht sich damit wieder ein in den Reigen der vielen Wangener Feste und Veranstaltungen 2025. Der Gemeindebesen mit leckerem schwäbischem Besenessen und Wangener Wein, untermalt vom Feuerwehrmusikzug, wurde ebenfalls 2025 von der Evangelischen Kirchengemeinde wiederbelebt. Der Wangener Maimarkt und das Kelterfest fanden in gewohnt bewährter Weise und mit großer Resonanz statt. Auch der Weinspaziergang Ende Juli zog wieder Besucherinnen und Besucher nicht nur aus der unmittelbaren Nähe an, wenn auch aufgrund der Regenprognose weniger als 2024.

Mit dem Feuerwehrfest Anfang August präsentierte der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Wangen in diesem Jahr ein neues Veranstaltungsformat. Feuerwehrtechnik und Wissen über den Katastrophenschutz wurden dabei in den Vordergrund gestellt. Eine Veranstaltung, die Lust auf mehr macht. 

Das Tannenbaumloben, der Weihnachtsmarkt und die verschiedentlichen Konzerte des Jugendmusikzugs und des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr umrahmten die Advents- und Weihnachtszeit in Wangen wie in den vergangenen Jahren festlich. 

All‘ die Veranstaltungen sind nur möglich, weil viele Wangenerinnen und Wangener bei der Planung, Organisation und Durchführung ehrenamtlich mithelfen – und Verantwortung übernehmen. Dafür bin ich, und können wir alle, sehr dankbar sein.

Um diesem Dank Ausdruck zu verleihen, haben wir im vorigen Jahr auf meine Initiative hin mit Unterstützung des Bezirksbudgets einen Ehrenamtsabend ausgerichtet. In dessen Rahmen wurden fünf Persönlichkeiten, die sich ehrenamtlich um den Stadtbezirk Wangen verdient gemacht haben, ausgezeichnet. Dies sind: Rolf Dalferth (Musikzug Freiwillige Feuerwehr), Karin Irrgang (ehem. Liederkranz Frohsinn), Andreas Multerer (1. Handharmonika-Club Stuttgart-Wangen), Monika Wild (Evangelische Kirchengemeinde), Nermin Yenidogan (türkische Volksmusik Yaren). 

Gerade in finanziell schwierigen Zeiten, wie sie spätestens mit dem Doppelhaushalt 2026/2027 anstehen, müssen aus meiner Sicht die finanziellen Grundlagen für das Ehrenamt weiter vorhanden sein. Gut, dass auch im kommenden Jahr die gewohnte Menge des Bezirksbudgets zu Verfügung steht. 2025 beschloss der Bezirksbeirat beispielsweise die Anschaffung einer Musikanlage für den 1. Handharmonika-Club Stuttgart-Wangen sowie die Anschaffung von Glühweinbechern und Stielgläser für den örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Diese Anschaffungen sollen alle Vereine in Wangen und aktiv ehrenamtliches Engagement unterstützen. Weiter wurden mit dem Bezirksbudget verschiedentlich Feste und Veranstaltungen sowie kleinere Anschaffungen finanziert.

Die Vereine und Organisationen sind wesentlicher Bestandteil und Grundlage unseres Zusammenlebens in Wangen. Was aus Vereinsarbeit Großes wachsen kann, hat in diesem Jahr eindrucksvoll die SportKultur Stuttgart mit dem Neubau des SportHubs gezeigt. Das neue Sportvereinszentrum an der Hedelfinger Straße 93 bietet Vereinsmitgliedern hervorragende Möglichkeiten, im vereinseigenen Fitnessstudio und in modernen Vereinsräumen Sport zu treiben. Mit großer Unterstützung, insbesondere aus dem städtischen Haushalt, wurde hier ein auch architektonisch ansprechendes Gebäude in Wangen geschaffen. Für ihre Verdienste wurden im Rahmen der Eröffnung Ulrich Strobel und Gerhard Ziegler mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet. 

Ebenfalls in Betrieb ist seit Herbst 2025 die Betriebsstelle der Abfallwirtschaft Stuttgart. Nach heftigen Diskussionen zu Beginn und einer ziemlich ruhigen Bauphase,wurde der Geschäftsbetrieb ganz geräuschlos aufgenommen. Die Betriebsstelle wird im Jahr 2026 mit einem Eröffnungsfest dann auch ganz offiziell im Bezirk begrüßt. 

Eine weitere große Baustelle in Wangen – in mehrerlei Hinsicht – ist die Wilhelmsschule, diese befindet sich weiterhin im Umbau. Mit der Fertigstellung ist im kommenden Jahr 2027 zu rechnen. Diskutiert wurde in der zweiten Jahreshälfte ein Teil der Wilhelmsschule, der derzeit gar nicht in Wangen, sondern am Steinenberg in Hedelfingen untergebracht ist. Die Schulverwaltung der Landeshauptstadt schlug vor, dass der Werkrealschulteil an der Wilhelmsschule mit dem neuen Schuljahr sukzessive aufgelöst werden sollte. Hintergrund sind die zurückgehenden Schülerzahlen. Der Vorschlag, der bereits früh mit den Bezirksbeiräten und den Schulleitungen diskutiert wurde, hat intensive Diskussionen in Wangen, insbesondere in der Schulgemeinde und im Umfeld der Wilhelmsschule ausgelöst. Nach großem Widerstand aus dem Bezirksbeirat, dieser lehnte die Vorlage einstimmig ab, und diversen Anträgen aus Gemeinderatsfraktionen, zog die Verwaltung Ende 2025 die Vorlage zurück. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wilhelmsschule weiterentwickeln kann. Voraussetzung für einen Erhalt ist, dass auch im kommenden Jahr ausreichend Schülerinnen und Schüler in der fünften Klasse die Werkrealschule besuchen. 

Erfreulich in Sachen Wilhelmsschule ist die Weiterentwicklung zum Familiengrundschulzentrum. Elternarbeit und Vernetzung sollen damit gestärkt werden. Anlässlich dieser Fortentwicklung besuchte Ministerpräsident Kretschmann im Dezember 2025 die Wilhelmsschule. 

Im September präsentierte die Stadtverwaltung die überarbeiteten Vorschläge zur Einziehung der Gingener Straße im Hinblick auf eine Schulhoferweiterung im Bezirksbeirat. Damit konnte die Diskussion um mehr Freifläche für die Wilhelmsschule zumindest in der Planung zu einem vorläufigen Erfolg geführt werden.

Auch im Auslobungstext für den Städtebaulichen Wettbewerb für die Überplanung des Autohofs der Straßenverkehrsgenossenschaft SÜD (SVG) zu einem suburbanen Logistikhub wurde der Freiflächenbedarf der Wilhelmsschule deutlich erwähnt. Dies hatte der Bezirksbeirat deutlich eingefordert und damit die Ausloberin SVG als auch die Stadtverwaltung sensibilisiert. Auch Themen wie die Höhe und Gliederung des Gebäudes waren dem Bezirksbeirat wichtig. Mit großer Mehrheit beschloss der Bezirksbeirat im März 2025 den Auslobungstext. Nachdem das Preisgericht im Jahr 2025 mehrfach tagte, werden die Ergebnisse des Wettbewerbs im ersten Quartal 2026 im Bezirksbeirat und der Öffentlichkeit präsentiert. 

Neben der Frage des Werkrealschulstandorts war 2025 die Zukunft der Bürgerbüros Schwerpunkt im Bezirksbeirat. In einer gemeinsamen Sitzung im Oktober befürwortete der Wangener Bezirksbeirat einstimmig die Zusammenlegung der Bürgerbüros in den Oberen Neckarvororten in der neuen Sport- und Kulturmitte in Hedelfingen. Damit soll die Qualität und regelmäßige Öffnung dieser zentralen Bürgerdienstleistung gesichert werden. Die Eigenständigkeit der Bezirksverwaltungen bleibt davon unberührt. 

In gewohnter Weise beschäftigte sich der Bezirksbeirat 2025 nicht nur mit den großen, sondern vor allem mit vielen „kleinen“ und trotzdem für viele Bürgerinnen und Bürger wichtige Themen. Im Februar stellte die Firma Omega Sorg ihren Neubau vor. Wie in jedem Jahr präsentierten das Garten-, Friedhofs- und Forstamt und das Tiefbauamt ihre Vorhaben. Der Bezirksbeirat forderte die Verwaltung in Anträgen zur Verbesserung problematischer Verkehrssituationen auf. Auch das Thema Verschmutzung und Müll thematisiert der Bezirksbeirat regelmäßig. Hier zeigt sich jedoch oft, dass Regelungen und Maßnahmen nur dann wirken, wenn alle in unserem Bezirk mitwirken. 

Mein Dank gilt an dieser Stelle den ehrenamtlichen Bezirksbeiräten, die mit einer hohen Akribie, Fleiß und Kreativität sich für ihren Stadtbezirk einsetzen und ihre Anliegen und die der Einwohnerschaft an den Gemeinderat und die Verwaltung herantragen. 

Besonders wichtig ist dem Bezirksbeirat, bürgerschaftliches Engagement in den Mittelpunkt zu stellen. So konnten beispielsweise der ADFC, die Verantwortlichen des Fairteilers an der Tettnanger Straße, die Initiatoren der Fortführung der Wangener Chronik und auch die Engagierten rund um den Wangener Panoramaweg ihr Tun und ihre Anliegen vorstellen.

Letzteres Projekt ist ein echtes Erfolgsmodell. Der Wangener Panoramaweg gewann im Herbst des vergangenen Jahres den Sonderpreis des Verschönerungsvereins Stuttgart. Ein verdienter Preis für eine Maßnahme, die in besonderer Weise einen weiteren Zugang zum Wangener Berg mit Blick auf das Neckartal geschaffen hat.

Vielleicht kann dies auch ein Ansatz für eine mögliche Beteiligung bei einer Bundesgartenschau sein. Nachdem 2024 die Forderung nach einer Gartenschau in Wangen bereits intensiv diskutiert wurde, fand die Initiative der Bezirke Hedelfingen und Wangen 2025 Einzug in den städtischen Entschluss, am Neckar in Stuttgart eine Bundesgartenschau zu forcieren. 

Nicht losgelassen hat uns im vergangenen Jahr das Thema Geflüchtetenunterbringung. Nach einigen Verzögerungen wurde im November 2025 das Gebäude Inselstraße 33 bezogen und war zum Jahresende annährend voll belegt. Überwiegend leben in der Unterkunft Familien. Betreut wird die Unterkunft von der AWO. 2026 wird die Unterstützung durch den Freundeskreis Flüchtlinge weiter Fahrt aufnehmen, Ehrenamtliche sind weiter gesucht!

Die Gebäude an der Wasenstraße 34 waren bereits Mitte des Jahres hergestellt. Bis Ende 2025 wurden die Außenanlagen geschaffen, das Areal erzeugt nun ein städtebaulich angenehmes Erscheinungsbild. Geflüchtete werden hier ab Januar 2026 einziehen. 

Wichtig ist mir eine ausführliche und gute Kommunikation hinsichtlich der Geflüchtetenunterbringung. Neben einer regelmäßigen Information per Mail stehe ich jederzeit für Fragen für Sie zur Verfügung. Wie bei der Unterkunft an der Inselstraße 33 wird auch an der Wasenstraße 34 vor Belegung eine Begehung durchgeführt. 

Alle öffentlichen Aufgaben, egal ob in der Infrastruktur, im Sozialen oder auch in den Bürgerdienstleistungen sind nur möglich, weil es in der Stadtverwaltung – egal ob in den Fachämtern oder in den Bezirksverwaltungen – viele hoch engagierte Kolleginnen und Kollegen gibt. Ihnen allen gilt mein großer Dank. 

Im Bezirksamt mussten wir eine Kollegin im Bereich Sozialhilfe verabschieden, die der Landeshauptstadt aber glücklicherweise im Beratungsdienst 63 Plus des Sozialamts erhalten bleibt. Wir freuen uns, dass wir eine Absolventin des Studiengangs Soziale Arbeit als Nachfolgerin gewinnen konnten, die uns seit März 2025 tatkräftig verstärkt. 

Wir freuen uns, dass wir als Bezirksverwaltung in gewohnter Qualität und Quantität unsere Dienstleistungen anbieten können. Sollten Sie einmal nicht zufrieden sein, kommen Sie bitte auf mich zu.

Insbesondere im Bereich der Grundsicherung im Alter haben wir mit steigenden Fallzahlen zu tun. Im Standesamt bewegt sich die Anzahl der Fälle auf dem Niveau des Vorjahres. Es gab 40 Eheschließungen, 27 Sterbefälle und 50 Kirchenaustritte. Letztere beide Beurkundungsarten liegen damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. 

2026 wird für die Verwaltung, aber auch für alle Gremien, Vereine, Organisationen, Unternehmen und Gesellschaft als Ganzes nicht weniger herausfordernd werden. Die engeren finanziellen Voraussetzungen werden wir alle in Stuttgart spüren. Mit einer gewissen Spannung blicken wir auch auf die Landtagswahl, die die Weichen für die nächsten fünf Jahre stellen wird.

Lassen Sie uns vollen Mutes und unverzagt auch dieses Jahr bestreiten. Dann bin ich mir sicher, können wir 2027 mit Dankbarkeit auf 2026 zurückblicken.

Wie immer freue ich mich über den Austausch und auch Rückmeldungen zu diesem Bericht. 

Ihr Jakob Bubenheimer, Bezirksvorsteher

Foto: Bezirksamt Wangen (Photo by Thomas Niedermueller / www.niedermueller.de); Kontakt: jakob.bubenheimer@stuttgart.de


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