Schatten auf der Plauze

Die Straßen sind leer, manch einer kommt zu früh an seinem Ziel an, weil der gewohnte Stau nicht da ist, wo er immer war. Der Feinstaubalarm kann nicht der Grund sein, der geht nämlich in Ruhestand – allerdings planmäßig und nicht wegen Corona. Die Menschen machen einen mehr oder weniger großen Bogen um ihre Mitmenschen – abgesehen von den Schnäppchenjägern, die es nach erzwungenem Warten vor der Einlasskontrolle am Supermarkt nicht erwarten können, sich ungeschützt über ihre Mitmenschen hinweg in die Theke mit den Aktionswaren zu werfen, um auch ja das Objekt der Begierde zu ergattern, obwohl der Vorrat so reichhaltig ist wie bei Klopapier zuletzt im Januar. Und viele waschen sich inzwischen routinemäßig am Tag so oft die Hände wie zuvor in der ganzen Woche nicht. Während sich die Politiker über Lockerungen und Exitstrategien die Köpfe zerbrechen, kehrt bereits so etwas wie Corona-Normalität ein. Manches Home ist inzwischen zum Office umgeräumt. Das Ergebnis wird man womöglich an Flohmarktständen besichtigen können, sobald es wieder Flohmärkte geben darf. Nicht jeden scheinen die neuen Regeln wirklich zu peinigen. Manch einer wirkt gar wie untergetaucht. Und leidet vielleicht nicht unter Atemnot, sondern unter einem Sonnenbrand rund um die eckige weiße Fläche, die der Laptop-Schatten auf der Plauze beim Arbeiten in Balkonien hinterlassen hat. Ein zarter Hinweis auf mögliche Folgen von Sonneneinstrahlung auf ein demnächst wohl durch Maske zu schützendes Antlitz. Wir passen auf. Sie bitte auch!

Rundgeschaut … Eigentlich die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … Heute extra für alle, die den WILIH nach Ostern vermissen und nicht gemerkt oder schon wieder vergessen haben, dass vor Ostern eine Doppelausgabe des WILIH kam … Viel Spaß bei der Lektüre!

 

 

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