Schöne Bescherung: Weihnachtsmärkte bei Winterwetter

Stuttgart-Rohracker/Wangen … Weiße Winterpracht, Minusgrade beim morgendlichen Start und leichtes Schneetreiben bis in die späten Mittagsstunden. Das Winterwetter bescherte am Samstag vor dem ersten Advent den Weihnachtsmärkten in Rohracker und Wangen eine schöne Bescherung.

Gastbeitrag von Mathias Kuhn

„Wir bekamen schon steife Finger und kalte Füße beim Aufbau unseres Standes, obwohl wir ständig zu tun hatten und warm angezogen waren“, gestand eine Helferin am Stand des Fördervereins Alte Schule Rohracker. Mehr als ein Dutzend Standbetreiber nahmen die winterlichen Verhältnisse in Kauf. „Wir haben Winter. Als es vor einigen Jahren zehn Grad plus hatte, haben wir uns nach ein paar Schneeflocken gesehnt“, sagt ein anderer Standbetreiber. Schließlich hatten die Besucher rund um die und in der Kelter genügend Möglichkeiten, sich zu erwärmen: Es gab Glühwein, die Freiwillige Feuerwehr bot – wie könnte es anders sein – einen feurigen Orangenpunsch, auf den Grills brutzelten Steaks, verschiedene Würste, es gab wärmende Eintöpfe, heiße „Wilde Kartoffeln“ und die würzigen Kässpätzle der Feuerwehr. Die leckeren Waffeln am Stand der Alten Schule wärmten ebenfalls den Magen.

Auf eine andere Art konnten sich die Besucher an den Ständen der Vereine, Einrichtungen und Privatpersonen erwärmen: Mit viel Liebe und kreativem Gespür hatten Vereinsmitglieder, Jugendliche oder kreative Köpfe aus der Bevölkerung Adventskränze gebunden, Weihnachtsschmuck gebastelt, Engel geformt und Nikoläuse getöpfert, Sterne genäht, Gutsle gebacken und andere Geschenkideen umgesetzt. Wer noch eine Überraschung für den Platz unterm Nadelbaum benötigte, fand sicherlich das Passende – an den Ständen im Freien sowie in der Kelter.

Im bestuhlten Fachwerkgebäude bewirteten die Rohracker Steillagenwengerter die Gäste, und die Weisen des I. Musikvereins Hedelfingen-Rohracker trugen zur Vorfreude auf das große Fest in drei Wochen bei. Einziger Wermutstropfen: Vermutlich wegen der Witterung getrauten sich weniger Gäste als in den Vorjahren auf das von Dorothee und Edgar Veith organisierte Traditionsfest des Gewerbe- und Handelsvereins Hedelfingen-Rohracker.

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Dass die Besucher – und im Übrigen auch sie selbst – dieses Jahr kalte Füße bekommen haben, spürten auch die Standbetreiber des Wangener Hobbykünstler-Weihnachtsmarkts. „Es kamen vermutlich gar nicht so viel weniger Gäste hierher, aber sie sind nicht so lange wie sonst geblieben“, bedauert ein erfahrener Standbetreiber.

Die Flächen rund um die Begegnungsstätte hatten sich am Samstag wieder in einen gemütlichen Basar mit kunstvoll gefertigten Produkten und kulinarischen Köstlichkeiten verwandelt. Teilweise seit Monaten haben Aktive von Einrichtungen, Privatpersonen und Vereine für den Hobbykünstler-Markt gebastelt, genäht, gewerkelt, gebacken und sich Gedanken zu immer neuen Angebotsideen gemacht. Die Aktiven vor allem die Jüngeren – des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr haben attraktive Preise für ihre Tombola gesammelt, Lose verkauft und die „Gewinne“ ausgegeben.

Das Besondere des Wangener Adventstreibens ist, dass die Standbeschicker einen Großteil – teilweise auch den gesamten – Erlös als Spende abgebeben. Der so gesammelte Betrag kommt sozialen Belangen im Stadtbezirk zugute. Für viele Wangener ist dies ein Grund mehr, sich mit Freunden und Bekannten zu treffen, gemeinsam einen Glühwein an einem Stand zu schlürfen, Kaffee mit Kuchen im neu gestalteten Raum der Begegnungsstätte Wangen zu genießen und den Musikbeiträgen der Kulturvereine zu lauschen.

Traditionell haben die Organisatoren um Michael Mischke auch an den Nachwuchs gedacht: Im Untergeschoss der Begegnungsstätte konnten sie Geschenke in der Holzwerkstatt basteln oder das Kasperletheater im Evangelischen Christine-Hermann-Kindergarten besuchen. Und natürlich hatte der Nikolaus trotz Winterwetter den Weg nach Wangen gefunden. Mit Bischofsstab, einem gut gefüllten Jutesack und feierlich rotem Gewand verteilte er kleine Gaben an die Jüngsten. Doch wieso kam der junggebliebene Weißbärtige dem einen oder anderen Kind irgendwie bekannt vor? Hatte er nicht eine Ähnlichkeit mit dem Chef im Bezirksrathaus? Wichtiger als die Lösung dieser kniffligen Frage war den Beschenkten eine andere: Welche Köstlichkeiten sind im Nikolauspäckchen verborgen, und spendieren mir die Eltern oder Großeltern etwas von den Köstlichkeiten, nach denen es rund um die Begegnungsstätte duftet?

Fotos in der Bildergalerie: Mathias Kuhn


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