„Sehr schade“ – keine IAA

Stuttgart ist im Rennen um die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) 2021 ausgeschieden. „Sehr schade“ fand das OB Fritz Kuhn. Und hat sich insgeheim womöglich die Hände gerieben. Vollgas gegeben, aber mit dem anderen Fuß auf der Bremse gestanden? Die Bewerbung der Landeshauptstadt stand unter dem Motto „Auto – Klima – Zukunft“. Aus der Pressemeldung des Bedauerns aus dem Stuttgarter Rathaus lässt sich zwischen den Zeilen eher das Motto „Alibi-Bewerbung – Glück gehabt“ erahnen. Nun so zu tun, als habe man die IAA – das Mekka der Autofans – nutzen können, um „Schwierigkeiten“ des Autos „in den urbanen Zentren der Welt in Bezug auf Luftverschmutzung, Klimafolgen und Stau“ zu „benennen“, ist so glaubwürdig wie neben das leere Tor zu schießen, um zu zeigen, wie leicht es zu treffen wäre. Eine Stadt, die keine Chance ungenutzt lässt, Autofahrer zu schikanieren, zum Beispiel indem sie für ungenutzte Radstreifen Parkplätze opfert, mit „Umwelt­spuren“, auf denen nur alle zehn Minuten ein Bus fährt, Fahrbahnen verengt, für teures Geld Radfahrer zählt und sich für jeden Meter „Radweg“ feiern lässt, die Jahre braucht, um Car Sharing flächendeckend zu etablieren, alle paar Tage Feinstaubalarm ausruft und wieder beendet, was Unsummen für Ankündigungen und Absagen kostet, die Elektromobilität predigt, aber die Gesamt-Öko-Bilanz von Elektroautos ignoriert, und die mit der Ladeinfrastruktur hinterherhinkt, sollte sich besser um eine Schuh­ausstellung bewerben und die Besucher einladen, zu Fuß zur Messe zu laufen. Um das Teufelswerk Auto werden sich jetzt andere kümmern. Auch wenn das „sehr schade“ ist.

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 5.2.2020

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