Speidelweg noch bis September gesperrt

Stuttgart-Rohracker/Frauenkopf … Der Wiederaufbau einer Weinbergmauer am Speidelweg zieht sich hin. Die einzige direkte Straße zwischen Rohracker und Frauenkopf bleibt wegen der Baustelle länger als zunächst vermutet gesperrt. Jetzt ist von Anfang September die Rede.

Die Straßensperrung war ursprünglich weder dem Bezirksamt in Hedelfingen noch dem Tiefbauamt der Stadt Stuttgart bekannt. Erstmalig darüber diskutiert wurde in der April-Sitzung des Hedelfinger Bezirksbeirats, in der routinemäßig über Tiefbaumaßnahmen und Baustellen in diesem Jahr gesprochen wurde. Die Steinmauer am Speidelweg gehört jedoch nicht zu den städtischen Bauvorhaben. Sie ist Teil eines privaten Weinberggrundstücks. Die Stadtverwaltung ist dennoch involviert, weil sie für Straßensperrungen die zuständige Behörde ist.

Zunächst handelte es sich um eine allenfalls als mehrwöchig eingeschätzte Ad hoc-Maßnahme. Doch offenbar gestaltet sich der Aufbau der Weinbergmauer schwieriger als gedacht. Am 20. Mai fand deshalb ein Lokaltermin am Speidelweg statt, an dem Vertreter der Stadt Stuttgart, unter ihnen der Hedelfinger Bezirksvorsteher Kai Freier, teilnahmen. Dabei stellte sich heraus, dass die Sperrung des Speidelwegs noch um Monate verlängert werden muss.

Weitere Sperrung bis 4. September beantragt

Auf Anfrage von WILIH berichtete die städtische Pressesprecherin Frederike Myhsok am 22. Mai: „Ein Antrag auf Verlängerung bis zum 4. September 2026 ist in dieser Woche bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde eingegangen. Die Verkehrssicherungspflicht liegt beim privaten Grundstückseigentümer.”

Welchen Schaden hatte die Mauer genommen? Was war die Ursache? Und warum muss sie so zeitraubend und raumgreifend aufgebaut werden? Die Stadt Stuttgart sagt dazu: „Warum die Trockenmauer instabil geworden ist, können wir final nicht feststellen. Die ausführende Firma wurde vom privaten Bauherrn beauftragt.”

Und wer bezahlt die Reparatur? Die Steuerzahler. Zwar kann das Amt für Stadtplanung und Wohnen der Stadt zu den Kosten nichts mitteilen. Datenschutzgründe! Stadtsprecherin Myhsok verrät aber zu Kostentragung und Abwicklung: „Die Sanierung der Mauer wird nach der Richtlinie zur finanziellen Förderung von Erhaltungs- und Wiederaufbaumaßnahmen für Trockenmauern und Staffeln in Steillagen der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert. Die Förderung beträgt 100 Prozent. Die Stadt zahlt die Fördermittel aus, sobald die Maßnahmen abgeschlossen und abgerechnet sind.”

Baustellenampel laut Stadt keine Alternative

Muss der Speidelweg wirklich noch über den Sommer gesperrt bleiben? „Die Straßenverkehrsbehörde kann den Bauablauf nicht beschleunigen”, teilt Frederike Myhsok mit. Auch eine Baustellenampel zur Ermöglichung einer einspurigen Vorbeifahrt an der Baustelle komme nicht in Betracht. Die Straßensperrung sei „auch aus Gründen der Gefahrenabwehr wegen des Hangrutsches angeordnet” worden.

Außerdem lägen der Straßeverkehrsbehörde Fotos vor, „die belegen, dass die Straßenfläche als Arbeitsraum sowie für Material und Arbeitsgeräte zur Instandsetzung der Trockenmauern benötigt wird. Die Straßensperrung dient also auch dem zügigen Bauen.” Offenbar hat man bei der Behörde auch die Sorge, dass sich der Verkehr bei starkem Aufkommen „überstauen” könnte. „Dies hätte zur Folge, dass die Autos bei grünem Licht nicht aneinander vorbeifahren könnten.”

Gänzlich ausschließen will man bei der Stadt diese Idee aber wohl nicht. Denn schließlich werden noch als Contra-Argument die Kosten für eine Signalregelung ins Feld geführt – die im Gegensatz zum Mauerbau wohl nicht der Steuerzahler zu tragen hätte. Frederike Myhsok erklärt dazu: „Auch wenn die Verantwortung beim Grundstückseigentümer liegt, sprechen letztlich auch die erheblichen Kosten für den mehrmonatigen Betrieb gegen die Anordnung einer Baustellenampel.”

So werden sich die Autofahrer gedulden und noch monatelang Umwege fahren müssen.

Das Foto von Hedelfingens Bezirksvorsteher Kai Freier zeigt den Zustand der Baustelle am 20. Mai 2026


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