Steinenberg – „Nicht vorschnell entscheiden!”

Stuttgart-Hedelfingen … Die Stadt Stuttgart möchte die Gymnasiumspläne für den Steinenberg aufgeben und dort allein auf die bestehende Grundschule setzen. Gut zwei Wochen vor der Entscheidung im Stuttgarter Gemeinderat appelliert der Förderverein Schulcampus Hedelfingen an die Entscheidungsträger, den oberen Neckarraum bildungspolitisch in seiner Gesamtheit zu bewerten. Eine Entscheidung gegen ein Gymnasium am Steinenberg solle nicht vorschnell getroffen werden.

Was steht in der lange erwarteten Machbarkeitsstudie?

Bislang kenne man eine von der Stadt lange unter Verschluss gehaltene Machbarkeitsstudie für den Steinenberg immer noch nur in Grundzügen, kritisiert der Förderverein. Eine Kurzfassung liefere immerhin erste wichtige bauliche, planerische und wirtschaftliche Erkenntnisse und stelle eine gute Arbeitsgrundlage dar. Man erwarte aber noch „weitere wichtige Impulse für den Standort, die für eine Beschlussfassung ebenfalls berücksichtigt werden müssen”, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins vom 8. Februar.

Am 3. Februar hatte sich der Hedelfinger Bezirksbeirat unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit dem Thema „Steinenberg” befasst. Auch dort lag die komplette Machbarkeitsstudie noch nicht vor. Am 24. Februar soll sie dem Stadtbezirskparlament endlich in öffentlicher Sitzung vorgestellt und von ihm beraten werden – einen Tag, bevor im zuständigen Verwaltungsausschuss des Gemeinderats die Entscheidung fallen soll.

Förderverein hofft auf eine „Mehrheit der Vernunft”

„Die von der Verwaltung vorgeschlagene Bewertung und Beschlussvorlage greife in ihrer jetzigen Ausgestaltung zu kurz, beklagt der Förderverein. Sie werde der langfristigen Schulentwicklung im Oberen Neckarraum nicht gerecht und blende aus, dass sich zentrale Rahmenbedingungen aktuell deutlich verändern. Angeführt werden „neue gesetzliche Regelungen, schwankende Übergangszahlen, neue Ansiedlungen in der Planungsregion und das sich wandelnde Schulwahlverhalten”.

Deshalb hofft der Förderverein Schulcampus Hedelfingen in den politischen Gremien auf eine „Mehrheit der Vernunft, die den Steinenberg nicht vorschnell abschreibt, sondern verantwortungsvoll im Verfahren hält”. Gefordert wird eine ergebnisoffene Prüfung des Bedarfs an weiterführender Schulbildung in den oberen Neckarvororten. In den vergangenen Jahren sei vom Schulverwaltungsamt der Landeshauptstadt regelmäßig bestätigt worden, dass eine zusätzliche Schule mit gymnasialer Oberstufe notwendig sei. Man fragt sich deshalb, warum dies „plötzlich nicht mehr gelten” solle.

Lässt der Gemeinderat noch Optionen offen?

„Optionen schließt man nicht, solange sich Bedarfslagen, Schulwahlverhalten und politische Rahmenbedingungen so volatil wie derzeit verändern.” Mit diesem Plädoyer setzt der Förderverein jetzt darauf, dass die Stuttgarter Stadträte noch keinen Schlussstrich unter die Gymnasiumspläne setzen. Schließlich, so die Hoffnung, dürfte die Machbarkeitsstudie auch Argumente pro Gymnasium zutage gefördert haben. Denn: Warum sonst wurde sie von der nun contra Gymnasium argumentierenden Stadtverwaltung so lange unter Verschluss gehalten?


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