Viertelfinale – da fehlen einem die Worte!

Stimmt nicht – im Gegenteil! Kurz vor dem Viertelfinale setzt sich eine Erkenntnis durch: Wer fleißig Fußballübertragungen schaut, der kann seinen Sprachschatz innerhalb kurzer Zeit kräftig erweitern. Dies vielleicht als Anreiz für die angeblich immer noch vorhandenen Fußballmuffel (Nebenbemerkung: Lässt sich „Muffel” gendern, und wenn ja, wie?), sich auf den letzten Drücker doch noch mit der EM im eigenen Lande auseinanderzusetzen. Und sei es nur aus sprachlichen Gründen. Wer die von Moderatoren, Kommentatoren, Co- und immer noch mehr Co-Kommentatoren sowie Experten (jeweils beider Geschlechter) berichteten, beleuchteten, erklärten, hintergründig interpretierten, statistisch herbeispekulierten und mehr oder wenig plausibel prognostizierten Fußballereignisse dieser Tage mit wachen Augen und Ohren verfolgt, der kann nicht nur über Fußball eine Menge lernen. Zum Beispiel, dass Fußballer immer häufiger „stempeln” gehen. Mag man kaum glauben in Zeiten, in denen Ablösesummen in Dimensionen vordringen, die in Stuttgart für Schulbauten oder Radrouten aufgerufen werden. Mit dem Ball gehen manche Kicker übrigens viel pfleglicher um als mit ihren Konkurrenten. Wahre Begeisterungsstürme rufen insbesondere die Ballkünstler hervor, die „das Spielgerät streicheln”. Auch wenn sie dies – scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste – „durch zwei Verteidiger hindurch” tun. Autsch! Manch einer schont sich dabei auch selbst nicht und rennt, „bis die Lunge brennt”. Und wenn auch das nicht hilft, rennt er weiter, „bis der Platz brennt”. Vielleicht ganz gut, dass die Freiwilligen Feuerwehren an Spieltagen stets in Bereitschaft sind! Respekt übrigens für alle Lebensretter, die sich ehrenamtlich bereit halten, während die meisten gemütlich auf der Couch sitzen und sich aufregen! Stunden über Stunden, bis die „Müdigkeit greifbar” wird. „Gruß aus der Küche”: Sind da zu viele „Körper, wo der Ball durch muss”, helfen irgendwann nur noch „frische Beine” („Spielermaterial” soll man ja nicht mehr sagen!). Und über allem steht die Erkenntnis: „Wenn man nicht schießt, geht er einfach nicht rein!” Wer das „auf dem Rasen” nicht beherzigt, regt nicht nur die Fans auf, sondern auch sein Trainerteam. In der Folge gibt es schnell mal eine „gelbe Karte für die Bank”, und das nicht wegen zu niedriger Zinsen oder hoher Gebühren. Gewinnen kann schließlich immer nur einer. Jedenfalls in den sogenannten KO-Spielen. Deswegen bitte kein Unentschieden mehr tippen, das führt jetzt bei Wetten zum Totalverlust des Einsatzes! Und dann wäre der Frust groß. So wie bei dem Trainer, „der einen Hals hatte”, weil seine Mannschaft „einen Nackenschlag bekam”. Freuen wir uns auf den nächsten Sprachunterricht! Noch eine Woche…

Rundgeschaut … Die WILIH-Kolumne


Was ist los im WILIH-Land? Den wöchentlichen WILIH-Newsletter kostenlos abonnieren und immer kompakt informiert sein! Einfach hier klicken und gleich anmelden, dann bekommen Sie einmal in der Woche die Themen der Woche frei Haus! Abbestellung jederzeit möglich!


Ein Gedanke zu „Viertelfinale – da fehlen einem die Worte!

  • Das heutige Rundgeschaut ist mehr als treffend. Viele Lesende werden sich dankend des Beitrags erfreuen.
    Zur philosophisch-existentiellen Fragestellung der Genderform von Muffel hätte ich einen Vorschlag zu unterbreiten:

    Er: Der Muffel
    Sie: Das Muffel
    Beide: Die Müffelnden

    Mit e-mailenden Grüßen!

Kommentare sind geschlossen.