Wofür eigentlich Rundfunkbeitrag zahlen?

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Der Rundfunkbeitrag darf von bisher 17,50 Euro im Monat auf 18,36 Euro erhöht werden. Sogar rückwirkend ab 20. Juli 2021. Damit haben die obersten Richter einer Verfassungsbeschwerde der öffentlich-rechtlichen Sender stattgegeben. Und damit die Blockade des Landes Sachsen-Anhalt gebrochen. Oder, etwas regenbogenpressemäßig auf den Punkt gebracht, das Sachsen-Anhalt-Veto gekippt. Wer mehr über diesen Sachverhalt, den politischen Streit darüber und die juristische Beurteilung wissen möchte, dem wird heute in allen einschlägigen Medien umfangreich Stoff geboten, um sich aufzuschlauen. Der Zeitpunkt der Gerichtstentscheidung – die natürlich überhaupt nichts mit dem Programminhalt der öffentlich-rechtlichen Sender zu tun hat – trifft zufällig in eine Zeit, in der sich der geneigte öffentlich-rechtliche Fernsehzuschauer doch recht oft fragen mag, wofür er eigentlich diesen Rundfunkbeitrag bezahlt. Für Wiederholungen alter Krimis, die eher das Erinnerungsvermögen schulen als Spannung erzeugen können? Für lehrreiche Dokumentationen und interessante Hintergrundberichte aus allen Teilen der Welt, die ins Nachtprogramm verbannt werden? Für das Urlaubsgeld von Talkshowmoderatoren, die sich für Monate in die sogenannte Sommerpause verabschiedet haben? Für Reportagen mit Mehrfachnutzen, die in verschiedenen Sendungen eins zu eins dasselbe erzählen? Für eilends herbeizitierte Verlegenheitsjournalisten, die jede Stunde wieder live vom Geschehen aus dem Katastrophengebiet des Tages „Bericht” erstatten und so interessante Informationen aufzubieten haben, dass Feuerwehr und Rettungskräfte vor Ort sind? Von den vielgescholtenen Privatsendern unterscheiden sich die öffentlich-rechtlichen Sender, deren „Bildungsauftrag” in Sonntagsreden so gern hochgehalten wird, oft nur dadurch, dass ihre Sendungen nicht alle paar Minuten von Werbesports unterbrochen wird. Was so manchen, der vor der Glotze sitzt, nervt – aber keinen Rundfunkbeitrag kostet.

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