Alarm – In Deutschland stirbt die Badewanne aus!

Unter den Alarmmeldungen dieser Tage fehlte noch eine. Sie liest sich wie der Text einer Todesanzeige für die Badewanne: „Millionen Einwohner haben in den vergangenen 12 Monaten kein einziges Mal gebadet.” Sind wir also Dreckspatzen geworden? Herrscht Wasserknappheit? Keineswegs. Und: Nein, Donald Trump ist nicht an allem schuld. Der US-Präsident hat keine Zölle auf die Badewanne an sich verhängt. Das Baden ist auch nicht per se unverschämt teuer geworden – wie zum Beispiel Schoko-Ostereier. Das Zitat, das einer Pressemitteilung eines Onlinedienstes für die Vermittlung von Handwerkern entnommen ist, beschreibt eine offenbar gesamtgesellschaftliche Entwicklung: „Für viele Deutsche spielt die Badewanne im Alltag kaum noch eine Rolle”. Das dürfte – auch wenn das in dem besagten Pressetext nicht ausdrücklich erklärt wird – daran liegen, dass es vielen Menschen einfach lieber ist, zu duschen. Sei es aus Zeitgründen, mit Blick auf den Komfort oder wegen Umweltbedenken. Warmduscher erinnern sich zudem noch an die Spartipps von Habeck und Kretschmanns Waschlappen. Man muss kein sparsamer Schwabe sein, um zu wissen: Der Wasserverbrauch beim Duschen ist bedeutend geringer als beim Plantschen in einer randvollen Wanne, der man nach einem ausgiebigen Bad wohlig verschrumpelt entsteigt. Das heißt jedoch nicht, dass Badewannen „aussterben”, wie der Onlinedienst behauptet. Denn: Viele, die keine eigene Dusche haben, wässern ihren Body „von oben herab” in der (leeren) Wanne. Hierzuländle will sich ja niemand nachsagen lassen, man sei nicht ganz sauber. Wer „flüssig” ist, darf natürlich auch gerne sein Badezimmer um- und eine Duschkabine einbauen – wie es der für Handwerker handelnde Dienst pflichtschuldigst empfiehlt. Wir warten derweil darauf, dass eine Retro-Welle in unsere Badezimmer schwappt und ein Pressedienst die Wiedergeburt der Badewanne preist.

Rundgeschaut … Die WILIH-Kolumne


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