Angestaubte Schwaben

Endlich ist man außerhalb Stuttgarts als Stuttgarter wieder ein geschätzter Gesprächspartner. Nachdem die Standardfrage „Wann wird denn Euer Bahnhof fertig?” kein Zwerchfell mehr erschüttert, steht man mit Informationen zum Thema Feinstaub wieder hoch im Kurs.

Speziell in ländlichen Gegenden, in denen selbst bis in die Nacht hinein und an Sonn- und Feiertagen die Mähdrescher über die Getreidefelder jagen, als gäbe es kein morgen, und dabei Staubwolken verbreiten, deren Gehalt zwar niemand misst, an deren zum Teil kilometerweiter Sichtbarkeit sich aber auch niemand stört, ist das Interesse an der landeshauptstädtischen Feinstaubhysterie groß. So jedenfalls wird Stuttgart weithin in der Republik wahrgenommen. Und schafft, was selbst grausamst elaboriertes Schwäbisch in baden-württembergisch angehauchten TV-Krimis nicht vermag: dass sich ein jeder, aber wirklich jeder über die Zentralschwaben lustig macht. Dabei ist das Thema ernst! Aber durch den wahrgenommenen Umgang damit wird es zur Lachplatte. Wer es nicht glauben mag, der erzähle beispielsweise mal einem Bayern, dass eine Mooswand am Straßenrand Staubpartikel vernaschen soll oder dass im Ländle jetzt nicht nur die Jahreswagen, sondern auch die Straßen regelmäßig gewaschen werden. Da kann man nur hoffen, dass der Gesprächspartner am Morgen eine saubere Hose angezogen hat. Sonst wird’s vor lauter Schenkelklopfen fein staubig.

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 26.4.2017

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