Bezirksbeirat Sillenbuch erhielt Lagebericht der Polizei – „Wir brauchen den Bürger!“

Stuttgart-Sillenbuch … Der Stadtbezirk Sillenbuch gilt bei den Polizeistatistikern als sicheres Pflaster. Daran hat sich auch im vorigen Jahr nichts geändert. Das Unfallgeschehen bewegt sich im normalen Rahmen. Und die Kriminalpolizei kann sogar auf eine überdurchschnttliche Aufklärungsquote verweisen. Sie könnte noch höher sein, wenn die Bürger aufmerksamer wären.

Sillenbuch ist der einzige Stadtbezirk im Stuttgarter Teil des WILIH-Landes, der noch einen Polizeiposten hat. Wangen hatte sogar mal ein Revier, Hedelfingen bis vor einigen Monaten noch einen Posten. Inzwischen werden beide Bezirke von einer Revierstation in Untertürkheim und dem Revier 5 Ostendstraße (Stuttgart-Ost) versorgt. Für Sillenbuch ist das Polizeirevier 4 Balinger Straße (Möhringen) zuständig; die Revierstation in Degerloch steht vor dem Aus. Aber: Mitten in Sillenbuch gibt es noch einen Polizeiposten, geleitet von Thomas Thull.

110 oder 8990-3400 anrufen!

Der Sillenbucher Postenführer war am 26. Juli zusammen mit seinem Chef, dem Leiter des Möhringer Reviers Martin Rathgeb, sowie Matthias Berner aus dessen Führungsgruppe in Sillenbuch zu Gast, um den Bezirksbeiräten Rede und Antwort zur Sicherheitslage im Stadtbezirk zu stehen. Bei den niedrigen Fallzahlen, die für den Bezirk zu Buche schlagen, könnte jede kleine Veränderung als prozentualer Ausschlag überintepretiert werden. Deshalb erklärte Martin Rathgeb, wie eine Polizeistatistik zu lesen ist. So gehen in die Kriminalstatistik nur Fälle ein, die von der Polizei an die Staatsanwaltschaft gegeben werden. Und auch der Zeitpunkt der Bearbeitung kann entscheidend dafür sein, wann ein Fall in der Statistik auftaucht. Beispiel: Eine von zwei Straftaten „gegen das Leben” wurde für Sillenbuch erst 2016 aktenkundig, obwohl sie bereits 2015 verübt worden war. Daraus eine enorme Steigerung im vorigen Jahr zu schließen, sei also falsch, erklärte der Kriminaldirektor. Ebenso verhält es sich bei der Ausländerkriminalität, die nach Rathgebs Ansicht in Stuttgart zwar „zu hoch” sei, „wir haben aber kein Ausländerproblem”.

Näher ging Rathgeb auf das Thema Wohnungseinbruchdiebstahl ein. Zwar seien im vorigen Jahr „nur” 23 Fälle in Sillenbuch – und damit sogar sechs weniger als im Jahr davor – zu verzeichnen gewesen. Doch es hätten noch weniger sein können, wenn die Bürger aufmerksamer gewesen wären, meinte der Möhringer Revierleiter. Es werde einfach zu wenig gemeldet, die Bürger könnten skeptischer sein, ist er überzeugt. „Man braucht Glück”, um Straftäter zu erwischen oder gar eine Straftat zu vereiteln, „man braucht aber auch den Bürger!” Rathgeb ermunterte dazu, bei auffälligen Beobachtungen stets den Notruf 110 zu wählen oder direkt die Wache im Revier Balinger Straße anzurufen – Telefon 0711 8990-3400.

„Gut aufgestellt und bürgerorientiert”

Die Bezirksbeiräte interessierten sich vor allem für die Personalsituation der Polizei. Denn: Mehr Präsenz vor Ort steht immer ganz oben auf der Wunschliste. Martin Rathgeb machte keinen Hehl daraus, dass auch er sich mehr Polizisten wünscht. Und trotz angekündigter Verbesserung der Stellensituation sieht er „keine schnellen und gravierenden Veränderungen” kommen. Aber er ist nicht unzufrieden: „Wir sind gut aufgestellt, wir sind bürgerorientiert.” Gerade auf Letzteres kommt es dem bekennenden „Freund und Helfer” an. Wenn er auch zugeben muss, dass die Vorstellung vom „Schutzmann im Wohngebiet” der Vergangenheit angehört. Auch einen Nachtdienst werde es im Sillenbucher Polizeiposten nicht mehr geben, machte der Postenchef klar. Rathgeb: „Da ruft zu 99,9 Prozent kein toter Fisch an.” Soll heißen: Er wird nicht benötigt. Die Bürger müssten sich aber keine Gedanken machen, denn „wir versuchen, mit dem vorhandenen Personal Prioritäten zu setzen.” Und obwohl der Revierbereich groß sei, könnten die Beamten immer schnell genug dort sein, wo sie wirklich gebraucht werden.

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