Deutschland als Wendeplatz – Wende gut, alles gut?

Wenn irgendwann einmal im Rückspiegel auf unsere jetzige Bundesregierung geschaut wird, dann wird danach in den Geschichtsbüchern vielleicht stehen, dass unter der „Ampel” jede Menge gewendet wurde. So ist die Zeitenwende längst zum geflügelten Wort für alles geworden, das nicht mehr so ist wie früher. Auch die je nach Horizont mit Klima-, Energie- oder Wärme- bezeichnete Wende haben wir bereits fest in unserem Wortschatz verankert – für alles, das wir uns vorstellen können, um die Welt zu retten. Möglichst ohne unser Gewissen und unseren Geldbeutel zu belasten. Neuestes Beispiel in der an Wendemanövern reichen Politik ist nun die Haushaltswende. So jedenfalls interpretieren Berichterstatter und Kommentatoren das, was die FDP mit ihren „Fünf Punkten für eine generationengerechte Haushaltspolitik” meint (wen’s interessiert: hier). Selber fassen die Liberalen das, was sie damit bezwecken, allerdings gerne weiter – als Wirtschaftswende. Womit sicher nicht gemeint ist, dass jemand in der Kneipe den Bierdeckel mit seiner Zeche drauf rumdreht, um auf der Rückseite seine Steuererklärung zu machen. Ebenso, wie die Haushaltswende kein Synonym für den Frühjahrsputz ist. Wobei es bei politischen Turnarounds oft darum geht, alles auf den Kopf zu stellen. Ohne dabei das Kind mit dem Bade auszuschütten. Immer in der Hoffnung, dass schließlich alles besser wird. Wende gut, alles gut? Oder: Wende mit Schrecken?

Rundgeschaut … Die WILIH-Kolumne


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