Dezemberfieber

Ende 2018 fasste der Stuttgarter Gemeinderat einen bahnbrechenden Beschluss: Die Stadtbezirke sollten künftig mehr Geld für die Förderung örtlicher Projekte zur Verfügung haben. So kam es, und alle waren erfreut. Denn die Budgetvergabe vor Ort war von den Bezirksbeiräten seit langem gefordert worden. Der Grund ist verständlich: Die Lokalpolitiker sind nah am Geschehen und können bestens beurteilen, was im Flecken gebraucht wird und wer Unterstützung verdient. Nur war dazu das Geld bisher immer zu knapp. Daher wurde bei den Vergabeberatungen immer wieder auch um Kleinbeträge gefeilscht. Das hat sich nun geändert. Inzwischen sind die Bezirksbudgets, wie sie seit der laufenden Haushaltsperiode offiziell heißen, so großzügig bemessen, dass am Ende des Jahres gut und gerne noch etwas übrig bleibt. Und dann droht die „Gefahr“, das Zugesagte zu verlieren. Lediglich 20 Prozent des ursprünglich bewilligten Geldes dürfen die Stadtbezirke nämlich für Vorhaben des Folgejahres vortragen. Dieses Problem kennt man aus der öffentlichen Verwaltung und Großkonzernen nur zu gut: Je näher das Jahresende rückt, um so größer wird die Angst, schließlich leer auszugehen. „Dezemberfieber“ wird dieses Phänomen gerne genannt. Auch im WILIH-Land steigen die Fieberkurven bereits an. Und so kam es jetzt dazu, dass ein Stadtbezirksparlament sogar mehr für ein Projekt bewilligte, als der Antragsteller haben wollte. Man sollte seinen Antrag also nicht zu früh stellen.

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 30.10.2019

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