Durch diese hohle Gasse soll keiner schleichen!

Stuttgart-Sillenbuch/Rohracker … Der unendlichen Geschichte des Hohlwegs wird nun ein neues Kapitel hinzugefügt. Bis zum Sommer sollen zwei Poller auf Höhe der Tuttlinger Straße 150 installiert werden, um den Schleichverkehr zwischen Alt-Sillenbuch und Rohracker auszubremsen. Allerdings erst mal testweise für mindestens ein Jahr. So hatte es der Sillenbucher Bezirksbeirat im vorigen Jahr gewünscht. Am 24. März wurde nach mehrmonatiger Corona-Sitzungspause über die überarbeiteten Pläne informiert und abgestimmt. Bei zwei Enthaltungen von FrAKTION und FDP gab der Beirat einmütig grünes Licht.

Die beiden Poller werden mit Dreikantschlüssel zu entriegeln und herausnehmbar sein. Umlegbare Pfosten lehnt die Stadt wegen potentieller Gefährdung von Radfahrern ab. Eine andere Lösung komme nicht in Betracht, sagte die städtische Verkehrsplanerin Jasmin Heller in der Videokonferenz des Bezirksbeirats, weil Feuerwehren und Rettungsdienste einheitlich solche Schlüssel in ihren Fahrzeugen hätten. Die Schlüsselgewalt bekommt zusätzlich der Obst- und Gartenbauverein Sillenbuch, damit er seinen Mitgliedern die Zufahrt zu ihren Gärten unterhalb der Poller freigeben kann. Angedacht ist, dafür regelmäßig samstags für einige Stunden die Sperrpfosten herauszunehmen und später wieder einzustecken. Ob das funktioniert und kein temporärer Freibrief für „Schleicher” wird, soll der Versuch zeigen. Auch die Bewohner des Hauses an der Tuttlinger Straße 150 sollen berechtigt sein, für Anlieferzwecke die Poller herauszunehmen. Dies wird mit der Stadt schriftlich vereinbart.

Hang unter dem Alten Friedhof Sillenbuch
Für einen „Wender” vor den Pollern müsste in den Friedhofshang eingegriffen werden.

Zudem wird eine Umfahrungsstrecke zwischen dem Böpserle und dem „Rommel-Plätzle” bei der Tuttlinger Straße 110 in Alt-Sillenbuch ausgeschildert, über die an den Pollern vorbeigefahren werden kann. Die Hoffnung, dass dies nur berechtigte Gartenbesitzer tun werden, teilten nicht alle Bezirksbeiräte. Ulrich Storz (SPD) forderte sogar ausdrücklich Kontrollzählungen mittels spezieller Zählgeräte oder die Aktivierung der Sillenbucher „Tempotafel” für diesen Zweck. Sorge bereitet den Bezirksbeiräten auch, dass sich der Schleichverkehr auf andere Feldwege verlagern könnte. Aber deshalb wird das jetzt ja getestet.

Währenddessen sollen die Planungen für eine Dauerlösung mit ausgebauter Spitzkehre bei den Pollern weiterlaufen. Ebenso die Einholung erforderlicher Gutachten und Genehmigungen. Die endgültige Entscheidung soll nach Auswertung der Testergebnisse gefällt werden. Dann geht es bekanntlich um 100.000 Euro. So viel würde es nämlich kosten, den Hohlweg einerseits zu sperren und andererseits den Gartenbesitzern die Zufahrtsmöglichkeiten nicht zu verbauen.

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