Grenzübergreifend denken!

In Sillenbuch haben sich ein paar Bürger zusammengetan, um ihren Stadtbezirk von Verkehr zu entlasten. Anlass ist nach eigenem Bekunden das drohende Fahrverbot für die Stuttgarter City. Weil das, so die Befürchtung, zu Umfahrungen über Heumaden, Sillenbuch und Riedenberg führen dürfte. Betroffen sein dürften jedoch auch angrenzende Stadtteile – man denke nur an Hedelfingen oder Kemnat. Aber natürlich ist es legitim, sich auf den eigenen Wohnort zu konzentrieren, wie es die neue Bürgerinitiative tut. Dass einer der Initiatoren in Riedenberg wohnt und die dortige Verkehrsbelastung zuvorderst anprangert, ist auch verständlich. Stärker als bei einem ersten Infoabend der Initiative sollte er dies aber auf Dauer nicht tun, wenn er und seine Mitstreiter nicht schon bald als Verfechter des Floriansprinzips verdächtigt werden wollen. Okay ist auch, dass eine neue Verkehrsdebatte wie stets und überall jede Menge wirkliche und Hobby-Experten auf den Plan ruft. Die neue Initiative ist gut beraten, sich von Beginn an offen zu zeigen für die Expertise von Menschen, die schon seit Jahrzehnten alle möglichen und unmöglichen Ideen für Sillenbuch in ihren Köpfen und Herzen bewegen. Denn ein Aufwärmen von Utopien würde Kraft und Zeit kosten – wer mit beidem sparsam umgeht, kommt wohl schneller an Ziel. Aber: Was ist eigentlich das Ziel? Verkehrsentlastung klingt gut, ist aber wenig operational. Zumal fraglich ist, inwiefern ein Stadtbezirk isoliert vorgehen kann. Höchstens beim Ziel- und Quellverkehr, nicht beim Durchfahrtsverkehr. Um den geht’s aber bei einem Fahrverbot. Grenzübergreifendes Denken ist deshalb gefragt.

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 6.12.2017

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