GSG-Neubau – Realisierungswettbewerb entschieden

Stuttgart-Heumaden … Der Realisierungswettbewerb für den Erweiterungsneubau des Geschwister‐Scholl‐Gymnasiums (GSG, Foto: Archiv) in Heumaden ist entschieden. Der Entwurf des Planungsteams Schürmann+Schürmann aus Stuttgart mit Schürmann Dettinger Architekten, München, und Wenzel+Wenzel Architekten, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit Blank Landschaftsarchitekten, Stuttgart, überzeugte die Jury in ihrer großen Mehrheit.

Künftig fünfzügige Schule

Im Vorfeld wurden aus den 80 eingegangenen Bewerbungen aus dem In- und Ausland 25 Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten zur Teilnahme am Realisierungswettbewerb aufgefordert. Insgesamt 21 termingerecht eingereichte Arbeiten hatte die Jury unter dem Vorsitz von Professor Jörg Aldinger am 8. November bewertet.

Aufgabe des Realisierungswettbewerbs war es, auf dem bestehenden Gelände des Geschwister-Scholl-Gymnasiums – unter Einbeziehung der vorhandenen Qualitäten des Bestandsbaus – ein modernes Schulgebäude mit rund 6.200 Quadratmeter Programmfläche und ein adäquates Außenraumkonzept für die zukünftig fünfzügige Schule umzusetzen. Das innovative pädagogische Raumkonzept mit sogenannten Jahrgangsclustern, vielfältig nutzbaren Begegnungs- und Besprechungsflächen, einer großzügigen gemeinsamen Mitte sowie der Einbeziehung von Außenflächen in den schulischen Alltag ist das Ergebnis einer umfangreichen Beteiligung der Schulgemeinde und soll den Schülerinnen und Schülern nicht nur attraktive Lern-, sondern auch Lebensräume bieten.

Bestand sichern – neue Akzente setzen

Dem Siegerentwurf gelingt es nach Ansicht der Jury in hervorragender Weise mit der Platzierung eines mehrgeschossigen Neubaus im Süden des weitgehend erhaltenen und auf die zukünftigen Anforderungen transformierten Bestandsgebäudes, ein Gebäudeensemble zu schaffen, das die Qualitäten des Bestandes mit neuen Akzenten stärkt und gleichzeitig zusammen mit den Neubauten zu einem neuen Ganzen werden lässt. Sowohl die städtebauliche Anordnung der Neubauten auf dem Grundstück als auch die subtile Höhenstaffelung der Gebäude schafft eine sehr gute Verknüpfung der Bauvolumen. Sie zeigt nach Meinung der Jury auch, wie ein übergeordneter Campus zusammen mit den nördlichen Schulbauten entstehen kann.

Am Siegerentwurf lobte die Jury insbesondere, dass das vom Hauptzugang von Westen her zugängliche Foyer mit direkt angegliedertem Sekretariatsbereich und Verteilerfunktion der Schüler- und Lehrerströme eine gute Orientierung im Schulgebäude ermöglicht. Mit der konsequenten Anordnung aller gemeinschaftlichen und klassenübergreifenden Funktionen im Erdgeschoss erhält dieses eine Wertigkeit, die insbesondere durch die räumlich äußerst differenzierten Verknüpfungen von Innen- und Außenräumen besticht. Die vorgeschlagenen Aufenthaltsangebote im Außenbereich sind reizvoll und verknüpfen sich gut mit den Gebäuden.

Starker Beitrag – überzeugendes Gesamtensemble

Hervorragend gelöst ist nach Ansicht der Jury die um eine großzügige Sitztreppenanlage erweiterte Aula, die über den leicht erhöhten Bühnenbau eine beidseitige Bespielung und damit vielfältige Raum- und Veranstaltungsszenarien in der Schulgemeinschaft ermöglicht. Die Jury hob außerdem hervor, dass die in den Obergeschossen des Neubaus angeordneten Klassen-Cluster aus der zentralen Halle heraus direkt erschlossen und kompakt um eine Freiarbeitszone angeordnet sind. Diese gehe dabei in eine Außenlernfläche über. Insgesamt stelle die Arbeit einen starken Beitrag zur gestellten Aufgabe dar. Mit ihrer schlüssigen Transformation im Bestand und der präzisen Setzung und Organisation der Neubauten schaffe sie ein überzeugendes Gesamtensemble.

Die zweiten Preisträger sind das Planungsteam Günter Herrmann Architekten mit C & C Architekten BDA, beide aus Stuttgart, in Zusammenarbeit mit Siegmund und Winz Landschaftsarchitekten aus Balingen. Den dritten Platz sicherte sich das Büro Behnisch Architekten, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit Planstatt Senner GmbH aus Überlingen. Die Arbeit von h4a Gessert + Randecker Architekten GmbH, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten PartGmbB, Esslingen, sowie die Arbeit von Wulf Architekten GmbH, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit Riehl Bauermann + Partner Landschaftsarchitekten, Kassel, wurden mit Anerkennungen bedacht.

Alle Entwürfe online und im Stuttgarter Rathaus zu besichtigen

Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart hat für das Vorhaben einen Kostenrahmen von 75,5 bis 80,5 Millionen Euro beschlossen. In der digitalen Pressekonferenz am 10. November berichteten die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, der Amtsleiter des Hochbauamts, Peter Holzer, der Preisgerichtsvorsitzende Professor Jörg Aldinger, sowie der Amtsleiter des Schulverwaltungsamts Andreas Hein und der Schulleiter Andreas Hamm‐Reinöhl über das Wettbewerbsergebnis und den Stand des Verfahrens. Alle 21 Entwürfe werden online hier gezeigt und können vom 23. November bis 13. Dezember im Stuttgarter Rathaus, Marktplatz 1, zweiter Stock, während der Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr, besichtigt werden.

Quelle: Stadt Stuttgart

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