Immer wieder Vandalismus – Notbremse ziehen?

Was für ein Jahresbeginn?!  Beide Bücherboxen am Wangener Marktplatz wurden in der Neujahrsnacht zerstört. Wieder mal! Vandalen haben die Scheiben eingeworfen oder zusammengeschossen. Wie auch immer, sie sind kaputt. Es ist wohl die pure Zerstörungslust oder -wut, die erneut einen Großschaden zur Folge hat. Wenigstens ist offenbar kein Mensch zu Schaden gekommen. Man muss ja inzwischen froh sein, wenigstens dies bilanzieren zu können. Dass die Ehrenamtlichen, denen Bücher und Lesen wichtig sind und die deshalb das Projekt mit viel Herzblut initiiert und betreut haben, die Lust verlieren, wäre nur allzu verständlich. Darüber hinaus kann man den Steuerzahlern wohl auch nicht zumuten, alle paar Monate Hunderte von Euros in Reparaturen zu stecken, deren Sinn angesichts der bisherigen Erfahrungen von vornherein fraglich ist. Andererseits stellt sich auch – und erneut – die Frage, ob man nicht den Krawallmachern in unserer Gesellschaft „Recht” gibt, wenn man wegen ihrer sinnlosen Taten das Handtuch wirft. Alle Gesetzestreuen und am guten Miteinander Interessierten wären die Dummen, weil ihnen ein beliebtes Stück Freiheit und Lebensfreude dann genommen wäre. Aber im Zweifel wird man nach dem Wangener Dauervandalismus jetzt die Notbremse ziehen müssen. Das neue Jahr hätte dann seine erste Verlustmeldung. Leider!

Rundgeschaut3. Januar 2024 … Die wöchentliche WILIH-Kolumne


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Ein Gedanke zu „Immer wieder Vandalismus – Notbremse ziehen?

  • Erneut die Bücherzellen zerstört, schlimmer als zuvor! Das macht mich als ehrenamtlich Tätigen in Stuttgart-Wangen auch einigermaßen ratlos.

    Beim letzten Mal im Sommer 2023 war ich mehrfach abends vor Ort, um in respektvollem Ton und ohne Beschuldigungen mit Kindern und Jugendlichen über die damaligen Beschädigungen zu sprechen, durchaus mit deutliche Worten. Das Bezirksamt hatte einen Aushang angebracht (hing noch im Dezember an der linken Zelle!), der über den Zweck der Bücherstation infomierte und um Unterstützung warb. Das hat ein halbes Jahr „gehalten“. Auch das Jugendhaus war mit seinem „öffentlichen Wohnzimmer“ direkt neben den Bücherhäuschen vor Ort. Und jetzt?

    Woher diese sinnlose Aggression, dieser wütende Hass? Was sonst ist der Antrieb hinter solch einem Zerstörungswerk? Marijan Laszlo hat insofern recht, als ohne bewusste und mit „Werkzeug“ unterstützte Gewalt eine solche Tat nicht möglich war! Kameras? Wer zerstören und vandalisieren WILL, maskiert sich notfalls. Das Klima unter uns Wangenerinnen und Wangenern muss vielleicht besser werden. Jugendliche, alle Menschen gewinnen, nicht reglementieren (auch wenn das ebenfalls notwendig werden kann)!

    Vielleicht ist der 24. Januar 2024 ein Tag, um öffentlich Lösungen zu besprechen und anzupacken. Warum dieser Tag? Da soll in Wangen eine öffentliche Diskussion stattfinden, in der es um den mangelnden Zusammenhalt im Stadtbezirk Wangen gehen soll. Denn eine von der Stadt Stuttgart veranlasste Untersuchung attestiert Wangen hier erhebliche Defizite.

    Ehrenamtlich engangierte Leut‘ starten eine gute Initiative, andere hier zerstören sie in blinder Wut. Das spricht nicht wirklich für „Zusammenhalt“, sondern für Hass zumindest einiger auf andere. Wissen wir genug voneinander? Kennen wir uns genug? Einige Jugendliche reagierten völlig überrascht, als ich ihnen im Sommer erklärte, dass die Bücherzellen auch für sie da sind, frei zur Nutzung auch und gerade für sie! Waren es überhaupt Jugendliche? Auch Erwachsene schieben Frust und Wut!

    Wie wenden wir das Klima hier? Bezirksbeirat, Schule, Jugendhaus, Begegnungsstätte – aber eben auch Eltern, Kinder, Jugendliche: Wir werden wohl gemeinsame Wege finden müssen, um das Klima hier in Wangen zu wenden! Der 24. Januar sollte dafür als Chance gesehen werden.

    Niels Clasen

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