Jede Speiche zählt!

Nun sollen also auch in Heumaden Radfahrer gezählt werden. Als Kinder hätten wir uns bestimmt einen Spaß daraus gemacht, möglichst oft an der Zählsäule vorbeizufahren, um die Zahlen in die Höhe zu treiben. Das ist jetzt aber nicht als Anregung gemeint. Obwohl: Im Stuttgarter Rathaus würde man sich wahrscheinlich sogar freuen. Die Landeshauptstadt verfolgt nämlich das ehrgeizige Ziel, dass ein Viertel des innerstädtischen Verkehrs mit dem Drahtesel zurückgelegt wird. Auf dem Weg zu Klein-Amsterdam zählt jede Speiche, sorgt jeder neue Radler für freudiges Schulterklopfen auf der Bürgermeisterbank. So wie jeder inventarisierte Fahrradstreifen – ob sinnvoll oder nicht. Jeder Meter zählt. Doch nun wird in Heumaden an einem Radweg gezählt, den es bereits seit Jahrzehnten gibt. Wer den noch nicht gefahren ist, hat vermutlich kein Fahrrad oder kann nicht Radfahren. Welcher Erkenntnisgewinn ist wohl zu erwarten, wenn kurz vor der Stadtbahnkreuzung an der Bockelstraße Radler gezählt werden? Zumal die elektronische Strichliste eine Menge Geld kostet. Wieviel genau, verrät die Stadt Stuttgart nicht. Sie wird wissen, warum. Oder sie weiß es tatsächlich nicht. Wäre es denn nicht viel interessanter, an zweifelhaften neuen Radstreifen – wie am Lederberg oder an der oberen Bockelstraße – Radfahrer zu zählen? Oder hat man im Stuttgarter Rathaus Angst, das könnte peinlich werden? Wir hätten da noch eine bessere Idee für eine Radzählsäule: Beim Hedelfinger Feuerwehrhaus gibt es seit Jahren eine Parklücke, die als „Radweg” markiert ist. Man kann kaum rein- und rausfahren, ohne umzufallen. Aber für eine Induktionsschleife würde der Platz vermutlich reichen.

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