Kastanie wird ersetzt – SWSG kontert BUND-Kritik

Stuttgart-Hedelfingen … Am Löwen-Areal beim Hedelfinger Platz klafft seit zwei Monaten eine Lücke. Der zentrale Rosskastanienbaum ist weg. Nur noch ein Baumstumpf erinnert an das Naturdenkmal. Kritik kam von den Grünen im Bezirksbeirat. Und der BUND-Kreisverband Stuttgart bezeichnete die Fällung sogar als Skandal. Wurde der Baum ohne Genehmigung gefällt? Ersatz ist jedenfalls schon versprochen.

In der März-Sitzung des Hedelfinger Bezirksbeirats übte Eberhard Schweizer Kritik an der Fällung. Der Grünen-Beirat vermutet eine Vorschädigung des Baumes durch eine vor etwa 15 Jahren vom damaligen Biergartenpächter veranlasste Vergrabung eines Lichtkabels im Wurzelbereich der Kastanie. Dies habe jetzt zum Aus des Baums geführt, nimmt Schweizer an. Allerdings sei die Fällung wohl nicht von der Stadt genehmigt gewesen, stellte er in den Raum.

SWSG dementiert Vorwurf der „klammheimlichen” Fällung

Die Kastanie sei „klammheimlich verschwunden”, griff Wolf-Dieter Paul Schweizers Kritik auf. In seiner Presseerklärung vom 26. März schrieb der Vorstand des Stuttgarter BUND, der vor seiner Pensionierung in Diensten der Stadt Stuttgart war, dass „eine Fällung des mächtigen Baums ohne gründliche Untersuchung und Genehmigung durch die Naturschutzbehörde ein Skandal” sei. Außerdem behauptet Paul: „Hinter der Fällaktion dürfte die SWSG stecken, der das Gelände gehört.”

Dem widerspricht Saskia Bodemer-Stachelski. „Die Fällung der Kastanie auf dem Löwenareal in Hedelfingen war eine notwendige Maßnahme, um die Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten”, teilt die Pressesprecherin der städtischen Wohnungsbaugesellschaft mit, auf deren Areal der Baum stand. Sie erklärt, dass „eine ausgeprägte Fäule sowie eine Vielzahl an Auffälligkeiten und Defekten in sämtlichen Baumteilen festgestellt” worden war. Dadurch seien Stand- und Bruchsicherheit beeinträchtigt gewesen. „Die Kastanie wurde im Zuge einer eingehenden Baumuntersuchung daher als stark geschädigt und die Verkehrssicherheit als nicht mehr gewährleistet eingestuft.”

Baumentfernung mit der Stadt abgestimmt – Nachpflanzung im Herbst

Dem Vorwurf eines Regelverstoßes widerspricht die SWSG-Sprecherin: Die notwendige Fällung habe man der Landeshauptstadt Stuttgart als Eigentümerin des Grundstücks angezeigt. Dies bestätigt Jacqueline Albinus. Die Sprecherin der Stadt versichert: „Der Baumentfernungsantrag wurde mit dem Stadtplanungsamt abgestimmt.”

Die SWSG verspricht bereits Ersatz: Für die nächstmögliche Pflanzperiode „im kommenden Herbst” sei dies geplant, schreibt Saskia Bodemer-Stachelski – „um optimale Bedingungen für das Anwachsen zu gewährleisten”.


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