Kritik an Busbeschleunigungsbaustelle – Stadt weist Bedenken zurück

Stuttgart-Hedelfingen … Seit Monatsbeginn ist die große Baustelle zwischen dem Lederberg und dem Kreisverkehr („Dürrbachkreisel“) in Hedelfingen in Betrieb. Noch hält dieser sich in Grenzen. Gleichwohl wurden Sicherheitsbedenken laut. Die Stadt Stuttgart weist diese aber zurück, verweist auf Polizei- und Behördensicht sowie die Straßenverkehrsordnung.

Bereits Anfang Mai regte Paul Wurm Tempo 30 für die Ortseinfahrt Hedelfingen an. Wurm ist Vorsitzender des Hedelfinger Waldheimvereins. Das Waldheim wie auch sein eigenes Wohnhaus sind unmittelbare Anlieger an der Baustellenstrecke, daher kennt er die Straße besser als die meisten anderen. Aus dem Tiefbauamt erhielt der Hedelfinger damals das Signal, dass die Tempolimitierung „erfolgen“ werde. Als es dann so weit war, durfte aber nach wie vor mit maximal 50 km/h in die Baustelle eingefahren werden. Paul Wurm erinnerte an die städtische Zusage und bat höflich darum, „unverzüglich die Tempo-30-Schilder aufzustellen“. Ihm war nämlich aufgefallen, dass „talwärts fahrende Fahrzeuge viel zu schnell“ um die unüberichtliche Kurve auf die Baustellenampel beim Wildbädle zufahren. „Der erste Unfall ist nur eine Frage der Zeit“, sorgte er sich.

Städtische Ämter uneins

Alma Osmanagic, im Tiefbauamt für den Neckar-Bezirk und somit für die Hedelfinger Baustelle zuständig, stimmte Wurm zu. Sie werde seine „zu recht“ vorgetragenen Bedenken (Os­managic: „ich war heute auch dort“) an das Amt für öffentliche Ordnung weiterleiten. Am 5. Juli erhielt Paul Wurm dann von dort die Antwort, dass man die Sichtverhältnisse als gut erachte und deshalb „keine Veranlassung“ sehe, „im Bereich der Baustelle das Tempo zu reduzieren“. Claudia Guse von der Straßenverkehrsbehörde vewies auf die Straßenverkehrsordnung, die von jedem Verkehrsteilnehmer „ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme“ erfrdere. Fazit: „Von einer Temporeduzierung auf Tempo 30 sehen wir daher an dieser Stelle ab.“

Das ließ Paul Wurm nicht auf sich sitzen. Er kontrastierte die städtische Beurteilung mit seinen täglichen Beobachtungen und problematisierte anhand von Berechnungen die Anhaltewege von PKW bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten sowie auf trockener und nasser Fahrbahn. Darüber hinaus wies er auf Engstellen, eingeschränkte Gehwege und verwirrende Fahrbahnmarkierungen im Baustellenbereich hin. WILIH stellte diese Fragen der Stadt und ergänzte eine weitere Problemstelle: die kurze „Überholspur“ bergauf zwischen Haarnadelkurve bei Heumadener Straße 193 und Verengung auf eine Fahrspur vor der Baustelle bei der Mannspergerstraße. Ungeduldige Autofahrer werden hier zu waghalsigen Manövern verleitet. Wofür braucht man diese zweite Spur während der Bauzeit eigentlich?

Stadt: sicher und regelkonform!

Diese Frage blieb unbeantwortet. Ansonsten war die Antwort von Stadtsprecher Martin Thronberens knapp und klar: Die Baustellenverkehrsregelungen seien „nicht verkehrsunsicher“, die Ausführungen von Paul Wurm „nicht nachvollziehbar“, alle Vorgaben und Regeln seien eingehalten, alles sei „regelkonform ausgeführt“. Soll heißen: Die Stadt sieht keinen Änderungsbedarf. Allerdings stellte Thronberens am vergangenen Donnerstag (11.7.2019) noch einige verdeutlichende Markierungen sowie eine nochmalige Überprüfung vor Ort durch die Straßenverkehrsbehörde in Aussicht. Außerdem wies der städtische Pressesprecher darauf hin, dass etwa ab dem 22. Juli die nächste Bauphase eingeleitet und dafür dann die Verkehrsregelung angepasst werde.

Foto: Was bedeutet wohl das gelbe Dreieck vor der Baustellenampel mitten auf der Straße? Rechts vorbei kommt man nicht, da ist die Baustelle. Links vorbei empfiehlt sich nicht, da kommt der Gegenverkehr. Alles klar?

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