Mögliches Granulatverbot für Kunstrasenplätze – Auswirkungen auf Stuttgart?

Stuttgart … Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) plane ein Verbot von winzigen Platstikpartikeln, greifen die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat aktuelle Medienberichte auf. In einem Antrag sorgt sich die Fraktion um Kunstrasenplätze, die auch in Stuttgart inzwischen ältere Tennenplätze ersetzt haben und wichtig für den Breitensport sind. Denn: Von einem Verbot könnte auch das auf Kunstrasenplätzen verwendete Granulat betroffen sein.

Situationsbericht gefordert

Die Grünen haben deswegen am 7. Juni einen Antrag formuliert, in dem sie die Stadtverwaltung um einen Situationsbericht im Sportausschuss bitten. Dabei sollten auch Alternativen zum bisher verwendeten Granulat aufgezeigt und mit einer Kostenschätzung unterlegt werden. Außerdem sollten noch umzuwandelnde Tennenplätze als Versuchsfelder für alternatives Füllmaterial genutzt und bei Sanierungen von Kunstrasenplätzen das Füllmaterial ausgetauscht werden.

Im März 2017 haben die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages bereits eine Dokumentation zu möglichen Risiken von Granulat auf Kunstrasenplätzen vorgelegt. Zwischen Drainage- und Elastikschicht sowie den sichtbaren Kunstfasern seien Kunstrasenplätze in der Regel mit Quarzsand oder Gummigranulat verfüllt, wird dort die übliche Bauweise beschrieben. Rund 95 Prozent des verwendeten Gummigranulats bestehe aus recycelten Altreifen. Gesundheitsgefährdungen könnten von beigemischten Weichmacherölen und Schwermetallen verursacht werden. Verbindliche Grenzwerte gebe es noch nicht, heißt es in der Dokumentation. Risiken für Sportler und Zuschauer seien nicht zu erkennen.

Belastung der Meere?

Allerdings würde ein möglicher Eintrag von Mikroplastikpartikeln aus Kunstrasengranulat ins Meer untersucht. Geklärt werden solle, inwieweit Partikel über das Abwasser von gewaschener Sportkleidung ins Meer gelangen, vom Wind verbreitet oder im Eis festfrieren können. (Quelle: Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, Dokumentation WD 8-3000-009/17)

Foto: Kunstrasenplätze – hier der erst im September 2017 eingeweihte des TSV Heumaden – geraten ins Visier der Umweltschützer.

 

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