Sperren für Geschäfte werden abgebaut

Stuttgart-Hedelfingen/Sillenbuch … Seit heute dürfen Geschäfte mit bis zu 800 Qadratmetern Verkaufsfläche wieder öffnen. Friseure bereiten die Wiederöffnung ihrer Salons am 4. Mai vor. Es sind viele Auflagen zu erfüllen, um die Infektionsgefahr einzudämmen. Von Normalität kann daher noch keine Rede sein. Aber während vor allem die Gastronomen noch keine Gäste empfangen dürfen, atmen zahlreiche Geschäftsinhaber auf. WILIH hat einen Einzelhändler und einen Friseur befragt.

Bei Sport Gross in Hedelfingen kann man jetzt wieder einkaufen. Allerdings vorerst nur am Nachmittag von 14 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr. Inhaber Reiner Groß war mit seinem dreiköpfigen Team auch in den vergangenen Wochen über Telefon und eMail für die Kunden erreichbar und hat Bestellungen entgegengenommen. Das solle auch weiterhin so bleiben, verspricht Groß, freut sich aber darauf, endlich auch wieder im Laden für die Kunden da sein zu dürfen. Das werden auch die Hedelfinger so sehen. Schließlich ist das im Jahr 1974 gegründete Fachgeschäft an der Amstetter Straße 27, das Reiner Groß von seinem Vater übernommen hat, eine Institution. Welche Folgen der Lockdown längerfristig für sein Familienunternehmen haben wird, kann Reiner Groß derzeit nur mit einem großen Fragezeichen beantworten. Er hofft auf weiterführende Lockerungen, sobald die Lage dies erlaubt.

Bei Friseur Pierrot in Sillenbuch laufen im Hintergrund seit einigen Tagen die Vorbereitungen für den 4. Mai. Ab diesem Tag dürfen sich Friseure wieder um die Haarpracht ihrer Kunden kümmern. Viele warten bereits sehnsüchtig auf einen Termin. Inhaber Salvatore Ciminnisi arbeitet Stück für Stück seine lange Checkliste ab. Und auf der steht einiges: Schichtarbeit für sich und seine sechs Mitarbeiter einrichten, Acrylglasabtrennungen besorgen und zwischen den Waschbecken installieren, Gesichtsvisiere anschaffen, Desinfektionsmittel bereitstellen, Gesichtsmasken bereitlegen. „Wir müssen uns neu erfinden”, sagt Ciminnisi. Nach 29 Jahren Unternehmer-Normalität eine echte Herausfordeung. Von seinen Kundinnen und Kunden erwartet der Friseur, dass sie „mitarbeiten”, Vertrauen haben und vor allem, dass sie Geduld mitbringen. Alles werde etwas länger dauern. Und: Es müsse streng nach Terminen gearbeitet werden. Wer zu früh kommt, wird notgedrungen vor dem Geschäft an der Liliencronstraße 1 warten müssen. Dafür bittet der Saloninhaber schon jetzt um Verständnis.

Mit dem Lockdown hadert Salvatore Ciminnisi nicht. Keine Frage: Wirtschaftlich sei das auch für ihn ein Problem. Aber er fragt: „Was ist wichtiger – Menschen oder Arbeit?” Deshalb seien die Beschränkungen notwendig gewesen. Als Vorsitzender des örtlichen Unternehmervereins Sillenbucher Meile hat Ciminnisi engen Kontakt zu zahlreichen Einzelhändlern vor Ort. Vor allem die Kleinbetriebe müsse man in nächster Zeit „ganz arg unterstützen”, bittet er. Damit meint er nicht bloß die Politik. Er hofft auch darauf, dass die Sillenbucher Kunden bewusst vor Ort einkaufen und die Infrastruktur stützen.

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