Tschüss 2020 – Worte eines Jahres zum Loswerden

Eigentlich ist es zum Jahreswechsel üblich, freudig und ausgelassen das neue Jahr zu begrüßen. Diesmal hat man häufig den Eindruck, die Menschen wollen sich nur noch vom alten Jahr verabschieden. 2020 ist das Jahr, das man loswerden will. Unter anderem zeigt sich das daran, dass diesmal kaum jemand Notiz nimmt von Worten oder Unworten des Jahres. Wir haben deshalb mal die WILIH-Schlagzeilen des Jahres durchstöbert und einige Worte gefunden, die 2020 – wie wir finden – ganz gut charakterisieren. Natürlich bezogen aufs WILIH-Land und durchaus mit einem gewissen Talent zur Besserung. Für uns selbst waren zwei Worte von herausragender Bedeutung: Ende April haben wir die Druckausgabe des WILIH eingestellt und den WILIH endgültig und ausschließlich zur Internetzeitung wilih.de gemacht. Redaktionell dürfte Baustelle – zusammen mit seinen engen Verwandten Straßensperrung, Umleitung und Stau – das Wort des Jahres gewesen sein. Nicht bloß in Hedelfingen. Dort aber hat das Unwort des Jahres sein Zuhause: Ratten-Kita. Aus Kita-Kindern werden Schüler: Deswegen ist Schulcampus ein Wort mit Perspektive nicht nur am Steinenberg. Ob das auch für E-Roller gilt, die auf Bürgersteigen herumstehen? Für die Umweltspur, die vielleicht tatsächlich ein wenig der Busbeschleunigung dient, aber weniger Radfahrer zählt als auf die Fahrbahn gemalte Rad-Piktogramme? Oder für Radzählsäulen, die wenig zählen, aber für die viel zu zahlen war, weswegen sie es – ein Novum im WILIH-Land – ins Schwarzbuch der Steuerverschwendung geschafft haben? Wirklich gerne zählen würden die Hedelfinger weniger Brummis, die das LKW-Durchfahrtsverbot missachten. Gerne weniger zählen würden auch vor allem die Sillenbucher, und zwar Schleichverkehr am Hohlweg von und nach Rohracker. In Sillenbuch verortet ist der Eichenhain – gefühlt der am meisten besprochene Ort des Jahres. Wegen Magerrasen, Schafen, Mähen, Infotafeln und einem wenig tauglichen Versuch der – unser heimliches Unwort des Jahres – Besucherlenkung durch ein paar neben die Spazierwege gelegte Baumstämme. Aufgebäumt hat sich an so manchem Ort auch in diesem Jahr wieder ein Schilderwald. Der ist im Gegensatz zum natürlichen Wald nahezu unverwüstlich. Und meistens kein Interim, wie Übergangslösungen immer häufiger genannt werden. Eine Lösung für die Unterstehhalle auf dem Wangener Friedhof ist auch an diesem Jahresende noch nicht zu vermelden, aber immerhin in Sichtweite gekommen. Erfolgreich am Amtsschimmel vorbei entstanden in diesem Jahr in Wangen aber zwei Bücherboxen – die kontaktlose Variante der Leihbücherei – und ein Taubenschlag. Und für alle, die denken, so was gäbe es nur in Rom: Mitten in Wangen liegt der Vatikan. Allerdings ist er nicht mehr schön und muss modernisiert werden. Fit für die Zukunft gemacht wurde das Rathaus in Wangen – barrierefrei mit Aufzug. Das Hedelfinger Pendant hat diese Erfolgsmeldung für 2021 auf der Agenda. Plus vielleicht sogar noch einen wiederhergestellten Bürgersaal. Für Sitzungen, Versammlungen, Feiern. Mehr als nur Worte – vielmehr eine Hoffnung! Tschüss, Zwanzigzwanzig! Auf ein gutes Zweitausendeinundzwanzig!

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