Warum es gut ist, dass Fußballer eine Nummer haben

Die Geburt ist erst der Anfang. Dann kommen Schule, Ausbildung, Studium vielleicht, Doktorarbeit – hoffentlich sorgfältig zitiert – und die eine oder andere Station des privaten und beruflichen Lebens, Hobbies, Interessen, Ehrenämter. Das Leben nimmt so seinen Lauf. Widerspiegeln tut es sich im Lebenslauf. Den man, weil man selbst am genauesten über sich Bescheid weiß, wohl am besten selber schreibt. Aber Achtung: Auch wenn Übertreibung anschaulich machen mag, ist in Lebensläufen davon abzuraten. Das kann nämlich wie ein Bumerang zurückkommen. Fragen Sie mal Veronika Kienzle oder Annalena Baerbock! Ganz kritisch wird es allerdings, wenn harte Fakten, sogenannte Stammdaten, fehlerhaft sind. Das Geburtsdatum zum Beispiel. Oder der Eigenname. So ein Missgeschick ist Silas Katompa Mvumpa passiert. Wer das ist? Nun, Sie kennen ihn möglicherweise als Silas Wamangituka. Zumindest, wenn Sie Fan des VfB Stuttgart sind. Unter diesem Namen war Wamangituka laut neuestem Wikipedia-Eintrag „bis Juni 2021 bekannt”. Seit gestern heißt er Katompa Mvumpa, wie sein Verein mitteilte. Also eigentlich heißt er  – angeblich, so sollte man vorsichtig formulieren – schon seit seiner Geburt so, siehe den ersten Satz oben. Wobei die – wie jetzt offenbart wurde – schon exakt ein Jahr früher stattgefunden haben soll, als bislang veröffentlicht. Aber publik wurde das Ganze erst jetzt. Der kongolesische Fußballprofi hat nämlich jetzt zugegeben, bei seinen Stammdaten geschummelt zu haben. Vielmehr hat er wohl schummeln lassen. Hinter den Unpässlichkeiten in seinem Lebenslauf sollen nämlich Machenschaften seines ehemaligen Spielervermittlers gesteckt haben, war zu lesen. Der geneigte Fußballfan mag sich nun denken: Wie gut, dass Fußballer eine Nummer haben! Künftig will der doppelte Silas – der Mann mit der 14 auf dem Rücken, nein, das ist unpräszise, richtig ist: mit der Rückennummer 14 auf dem Trikot – angeblich nur noch Silas heißen beziehungsweise genannt werden. Das erleichtert gleich doppelt, ein Fan von ihm zu sein und zu bleiben. Zum einen hatte es eine halbe Saison gedauert, bis man seinen Nachnamen „Wamangituka” unfallfrei aussprechen konnte – wer wünscht sich einen solchen Saisonstart ein zweites Mal. Zum anderen lässt sich ein ganz und gar schwäbisches Argument ins Feld führen: „Silas” hat lediglich fünf Buchstaben, da ist das Beflocken des Trikots für die Fans bei Weitem nicht so teuer wie bei „Katompa Mvumpa formerly known as Wamagituka”. Die Trikotverkäufer mögen es hingegen bedauern.

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