Schilderwald beseitigt – Baustellenchaos beendet

Stuttgart-Hedelfingen … Seit drei Monaten finden an der inneren Heumadener Straße – kurz vor der Kelter – Straßenbauarbeiten statt. Oder auch nicht. Aber es stehen massenweise Schilder im Ortskern. Umleitungen sind eingerichtet, Einbahnregelungen geändert. Doch die Baugrube ist längst geschlossen, es sind weit und breit keine Arbeiter mehr zu sehen. Derweil kommen nicht alle Verkehrsteilnehmer mit dem Schilderwald zurecht. Sogar einen Beinaheunfall soll es gegeben haben. Anwohner Dieter Bohnacker hat sich deshalb vor einigen Tagen an die für die Baustelle verantwortliche Netze-BW gewandt. WILIH hat daraufhin dort nachgefragt. Und siehe da: Der Schilderwald ist prompt verschwunden. Jetzt rollt der Verkehr wieder normal.

Was war passiert? „Hier hat es wohl ein Kommunikationsproblem zwischen uns und zwei beteiligten Firmen gegeben”, schrieb in einer ersten Reaktion Hans-Jörg Groscurth. Der Konzernpressesprecher der EnBW teilte am 7. Juni mit: „Die Umleitung wird kurzfristig abgebaut; für die Unannehmlichkeiten bitten wir (also die Netze BW) um Entschuldigung.”

Zwei Tage später erhielt Dieter Bohnacker ein ausführliches Schreiben aus der Abteilung Qualitäts- und Prozessmanagement der Stuttgart Netze BW, das heute von Pressesprecher Groscurth auch an WILIH übersandt wurde. Darin werden der Ablauf und das Kommunikationsproblem erläutert.

Am 3. und 4. März kam es in der Heumadener Straße nacheinander „zu zwei Rohrbrüchen in der Gasversorgungsleitung”. Zur Behebung der Störung musste die Straße aufgegraben werden. Deswegen war die Verkehrsführung zu ändern. Schilder wurden aufgestellt. Die Durchfahrt durch die Heumadener Straße war unterbrochen. Die am Bezirksrathaus ausgeschilderte Umleitung war übrigens damals schon kritisch. WILIH hatte damals gleich hingewiesen (siehe: hier).

Für die Fachleute sei bereits am 4. März „eine längere Bauzeit abzusehen” gewesen, heißt es im Rückblick jetzt. Dann nahm alles seinen Gang, die baustellenerprobten Hedelfinger hatten sich im Laufe der Zeit wohl an die Baugrube und die Umleitung im Ortskern gewöhnt. Irgendwann – der Zeitpunkt ließ sich jetzt nicht mehr genau recherchieren – war die Baugrube dann wieder dicht. Seitdem hätte der Verkehr wieder in gewohnter Weise fließen können. Hätte, hätte… Hätte jemand den Schilderwald abgebaut.

„Im Rahmen der Reklamationsbearbeitung”, so heißt es in dem jetzigen Schreiben an Dieter Bohnacker, habe man festgestellt, „dass die Schilder tatsächlich noch nicht abgebaut wurden”. Und warum nicht? „Der Knackpunkt war offensichtlich eine falsche Annahme nach einer geführten Korrespondenz, welche wir während des anstehenden Tagesgeschäfts bedauerlicherweise nicht nachhaltig verfolgten.”

Dieter Bohnacker wundert sich: „Das ist nicht vorstellbar, aber wohl Realität.” Er fühlt sich bestätigt, den Stein ins Rollen gebracht zu haben: „Jetzt ist ja alles gut.”

Foto (Bohnacker): Der vergessene Schilderwald gehört seit dem 9. Juni der Vergangenheit an.

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