Werner Schmidt – Halbes Jahrhundert im Gemeinderat

Ostfildern … Als Werner Schmidt am 15. Dezember auf die Bühne im Theatersaal An der Halle trat, erhielt er lange anhaltende Ovationen. Die anderen Mitglieder des Gemeinderats und die Gäste hatten sich von ihren Plätzen erhoben, um ihrer Anerkennung Nachdruck zu verleihen.

Seit dem Jahr, in dem der damalige Bundeskanzler Willy Brandt den Friedensnobelpreis erhielt und die Sendung mit der Maus erstmals auf den Fernsehschirmen flimmerte, bringt sich Werner Schmidt im Gemeinderat ein – seit 1971. „Ein solcher Einsatz nötigt mir mehr als nur Respekt und Anerkennung ab. Ich bin unglaublich beeindruckt davon“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay, der den Jubilar bei der letzten Sitzung des Jahres für dessen 50-jähriges Engagement ehrte und neben der städtischen Auszeichnung auch das Verdienstabzeichen in Gold mit Lorbeerkranz und Brillant des Städtetags Baden-Württemberg überreichte.

Christof Bolay bezeichnete den langjährigen Fraktionsvorsitzenden der SPD als „Mann der ersten Stunde von Ostfildern“. Mit 29 Jahren war Werner Schmidt im einst noch selbständigen Kemnat in den Gemeinderat gewählt worden, seit 1975 prägt er die Geschichte der jungen Stadt Ostfildern. Als Lehrer und ehemaliger Leiter der Pfingstweideschule in Kemnat sind ihm Bildungsfragen dabei besonders wichtig. Daneben brachte er sich jahrzehntelang im Kreistag ein und engagierte sich im Kirchengemeinderat. Ihm gelinge es, in verfahrenen Situationen konstruktive Vorschläge zu machen, sagte Christof Bolay. „Dann profitiert der gesamte Gemeinderat zum einen von dem immensen Erfahrungsschatz. Und zum anderen von der Kunst, einen geeigneten Vorschlag auch so zu formulieren, dass er schnell nachvollziehbar und damit mehrheitsfähig ist.“

Anhand der Werte der vergangenen fünf Jahre kalkulierte Christof Bolay das Pensum von fünf Jahrzehnten: 8.400 Gemeinderats-Vorlagen, rund 500 Sitzungen des Gesamtgremiums, nahezu ebenso viele Ausschusssitzungen, eine dreistellige Anzahl von Terminen im Schulverband – soweit die offiziellen Angelegenheiten. Hinzu kämen unter anderem all‘ die Telefonate, E-Mails und Vor-Ort-Termine.

„Das alles geht nur, wenn die Familie mitzieht. Denn genau die Familie war und ist Dir ja ein besonderes Anliegen“, sagte er an Werner Schmidt gewandt.

„Ohne seine Familie und insbesondere ohne die Unterstützung seiner Ehefrau wäre diese große Leistung für die Gemeinschaft nicht möglich gewesen“, sagte auch Stefanie Sekler-Dengler, die Werner Schmidt von Januar an als Fraktionsvorsitzende nachfolgen wird. In einem halben Jahrhundert habe Werner Schmidt die Entwicklung der Stadt Ostfildern aktiv mitgestaltet. „Beharrlich, leidenschaftlich, aufrecht und stets fest in seinen Überzeugungen.“

Seinen Stadtteil Kemnat habe er dabei immer besonders im Blick behalten. Die Fraktion erlebe den langjährigen Vorsitzenden als sehr verlässlich und respektvoll – auch im Umgang mit anderen Überzeugungen. Die früher emotionaler geführten Debatten und Auseinandersetzungen im Gremium seien stärkerer Gelassenheit gewichen.

„Ich wollte immer auch für andere da sein“, sagte Werner Schmidt. „Und dabei pragmatisch schauen, was zu einer Verbesserung der Situation führen kann.“

Ihm sei klar, dass immer wieder die Frage aufkomme, ob er noch weitermache. „Ja. Es stehen Projekte an, die mir am Herzen liegen“, sagte der Jubilar und verwies unter anderem auf die Sanierung der Pfingstweideschule.

Quelle und Foto (Wehrle): Stadt Ostfildern

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