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Rundgeschaut 6.4.2016

Wer versteht die Welt?

Man kennt es: Bis sich jemand hinsetzt und seine Gedanken zu Papier bringt, muss schon viel passieren. Meistens ist es gehöriger Ärger, der sich in Leserbriefen entlädt. Erst recht, wenn’s um viel Geld geht. Gleich drei Beispiele dieser Art treiben die WILIH-Leser in diesen Tagen um. Sie verstehen die Welt nicht mehr. Vor allem die am grünen Tisch geplante Radroute von Stuttgart-Ost über Wangen nach Hedelfingen und umgekehrt (Kosten?) hat zu einer lange nicht mehr erlebten Flut von Leserreaktionen geführt. Aber auch die Idee, an der Schwende auf der Höhe Heumadens einen Aussichtsturm zu bauen (233.000 Euro), bewegt die WILIH-Leser. Deftige Kommentare dazu gab es dazu auch auf WILIHs Facebook-Seite. Zu guter (oder: schlechter) Letzt wundern sich WILIH-Leser über eine Kinderrutsche auf dem Areal des noch gar nicht erstellten Flüchtlingscamps beim Geschwister-Scholl-Gymnasium, weil das Spielgerät in Sichtweise eines vorhandenen Kinderspielplatzes aufgestellt wurde. Jetzt ist bekannt, dass sich die Stadt Stuttgart dafür 16.100 Euro aus Überweisungen der Steuer- und Abgabenzahler genommen hat. Derweil müssen Ehrenamtliche für die bereits belegte Flüchtlingsunterkunft am anderen Ende von Sillenbuch tausende von Euros an Spenden einsammeln, um eine städtische Immobilie nachzubessern. Das Geld für die Rutsche hätte nicht nur dafür locker ausgereicht. Auch dafür, alle Stuttgarter Asylbewerber mit einem Handtuch auszustatten.