50 Jahre Jugendfeuerwehr Hedelfingen

Stuttgart-Hedelfingen … Die Jugendfeuerwehr Hedelfingen ist 50 Jahre alt. Gefeiert wird mit einem internen Fest für die Jungs und Mädels der Jugendfeuerwehr und deren Eltern am 13. Oktober mit Spielen, Spaß und gemeinsamem Essen. Auch die aktive Wehr und die Altersgruppe werden dabei sein. Lesen Sie hier die ausführliche Geschichte der Hedelfinger Feuerwehrjugend.

Die Wurzeln der Hedelfinger Jugendfeuerwehr liegen eigentlich schon fast 51 Jahre zurück. Bei einer Zusammenkunft des Abteilungsausschusses im Jahr 1967 wurde das schon damals ernste Thema des mangelnden Nachwuchses in der Freiwilligen Feuerwehr diskutiert. Man handelte schnell: Zum 1. Januar 1968 wurde die Hedelfinger Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Horst Kaller und Adolf Kiess aus der Taufe gehoben. Schon damals erkannten die Verantwortlichen – allen voran der seinerzeitige Kommandant Gustav Weyhing – die Notwendigkeit, eine Nachwuchsschmiede für die aktive Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hedelfingen zu schaffen. Jedoch mussten viel interne Überzeugungsarbeit geleistet und einige Widerstände überwunden werden, bis die Gründung der Hedelfinger Jugendfeuerwehr tatsächlich zu einer Erfolgsstory werden konnte. Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde die neue Abteilung erst im Jahr 1971, als die Jugendlichen gemeinsam mit den Aktiven eine große Waldbrandübung meisterten.

Die 1970er und 80er Jahre

In den Jahren 1972 und 1973 nahm die Gruppe der Jugendfeuerwehr Hedelfingen erstmals an der Abnahme der Leistungsspange teil – ein Wettkampf, bei dem die Jugendgruppe sowohl auf feuerwehrtechnischem als auch auf sportlichem Gebiet überzeugen musste. Weitere Höhepunkte in den nächsten Jahren waren die ersten Jugendfreizeiten in den Sommer- oder Pfingstferien. 1982 wurden die ersten beiden Mädchen in die Jugendfeuerwehrgruppe aufgenommen. Was heute nicht mehr sonderlich erwähnenswert erscheint, war zu dieser Zeit sehr außergewöhnlich. Zudem wurde anlässlich des ersten Hedelfinger Maimarktes die Maimarktdisco ins Leben gerufen und in Eigenregie der Jugendfeuerwehr einige Jahre lang am Maimarkt veranstaltet. Seit den 80er Jahren war auch ein breiteres Sportangebot Bestandteil des Übungsplans. Ab Mitte der 80er Jahre ging man zusätzliche Wege in der Nachwuchswerbung. Die erste Jugendfeuerwehr-AG in Stuttgart, die in Zusammenarbeit mit der Steinenbergschule in Hedelfingen im Jahr 1986 angeboten wurde, läutete eine neue Ära der Jugendarbeit ein. Die Konkurrenz einer immer größer werdenden Zahl an Freizeitangeboten für Jugendliche machte es auch für die Jugendfeuerwehr immer schwieriger, neue Mitglieder zu gewinnen.

Im Jahr 1990 wurde das Eintrittsalter der Jugendfeuerwehr von zwölf auf zehn Jahre heruntergesetzt. Im „Konkurrenzkampf“ mit anderen Freizeitaktivitäten war dies ein wichtiger Schritt, um feuerwehrbegeisterten Kindern schon früher die Chance zu geben, in die Jugendfeuerwehr zu kommen und damit eine feste Bindung zur Feuerwehrtätigkeit zu erreichen. Gemeinschaftsübungen mit verschiedenen Jugendfeuerwehrabteilungen wie Hofen, Rohracker, Obertürkheim und Wangen sowie Festumzüge und Veranstaltungen anlässlich von Jubiläen verschiedener Feuerwehrabteilungen in und rund um Stuttgart förderten und fördern den Kontakt zu anderen Wehren seit den 1990er Jahren. Zusätzlich stärkte man die Gemeinschaft der Jugendgruppe durch Ein- und Mehrtagesausflüge wie beispielsweise nach München, zur Flughafenfeuerwehr Stuttgart, nach Todtmoos, ins Kleinwalsertal, an den Bodensee oder in den Europapark Rust.

40 Jahre Jugendfeuerwehr im Jahr 2008

Zum 40-Jahre-Jubiläum 2008 führte die Jugendfeuerwehr Hedelfingen eine Großübung im Stadtbezirk durch, an der sich 18 Stuttgarter Jugendfeuerwehren mit insgesamt rund 300 Jugendlichen und Betreuern beteiligten. Früh morgens traf man sich auf dem Autohof in Wangen, der als Sammelplatz und Startpunkt für alle Jugendfeuerwehren diente. Hier wurden die Jugendfeuerwehren dann verschiedenen Löschzügen zugeteilt. So entstanden sechs Löschzüge, die zur Abfahrt bereit standen. Nachdem alle wichtigen Unterlagen für den „Einsatz“ verteilt waren, raste der erste Löschzug um neun Uhr mit Blaulicht und Sirene zu seinem ersten Einsatzort. Die anderen Löschzüge folgten kurz danach. Jedem Löschzug war ein Einsatzort zugeteilt, an dem verschiedene Aufgaben zu bewältigen waren.

Im Jahr 2010 gab es die erste Herbstabschlussübung. Diese Übung war eine Gemeinschaftsübung aller Jugendfeuerwehrabteilungen aus Stuttgart, die im Kraftwerk in Münster verschiedene Aufgaben wie Menschenrettung, Brandbekämpfung und technische Hilfe zu bewältigen hatten. Die Hedelfinger löschten ein echtes Feuer in einem Container mit Schaum, „retteten“ zwei Menschen und versorgten deren „Verletzungen“. Die Übung war ein großer Erfolg und bereitete allen Jugendlichen viel Spaß, obwohl viele neue Herausforderungen zu meistern waren. 2012 fand das erste Seifenkistenrennen der Jugendfeuerwehr Stuttgart statt. Dafür bastelten die Jugendlichen ihre eigene Seifenkiste in Form eines Feuerwehrautos. Das Fahrgestell hatte die Firma Porsche zur Verfügung gestellt, alles andere wurde in Eigenleistung der Jugendfeuerwehrler gezimmert und gebastelt. Neben der Zeit des Rennens zählten auch das Design der Seifenkiste sowie das der Boxengasse zur Gesamtwertung, bei der die Hedelfinger Jugendfeuerwehr einen beachtlichen vierten Platz belegte.

Strahlende Kinderaugen und rundum zufriedene Verantwortliche waren das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts der Steinenbergschule und der Freiwilligen Feuerwehr Hedelfingen im Jahr 2015. Im Rahmen einer Schul-AG lernten 16 Jungen und Mädchen der dritten und vierten Klassen im Alter von acht bis zehn Jahren die Arbeit der Feuerwehr kennen. Zwei Wochen lang gaben dabei Feuerwehrfrauen und -männer aus Hedelfingen nachmittags einen Einblick in die Faszination Feuerwehr. Besondere Highlights für die Kinder waren natürlich alle Aktionen, bei denen man nass wurde – vor allem, wenn dies Lehrer oder Betreuer betraf. 2016 erfolgte die Teilnahme am Zeltlager der Jugendfeuerwehr Stuttgart – ein Highlight mit Lagerolympiade, Floßbau, Raketenbau, Waldklettergarten, Rodelbahn und Besuch der Therme. Elf Jugendliche und zwei Betreuer aus Hedelfingen waren dabei.

Die Jugendfeuerwehr heute

Heute ist die Jugendfeuerwehr Hedelfingen eine leistungsstarke und ausgewogene Gruppe. Sie bietet den Jugendlichen eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung und den Eltern die Sicherheit, ihre Kinder gut aufgehoben zu wissen. Nicht zuletzt dient sie der aktiven Wehr als Garant für motivierte und gut ausgebildete Jung-Feuerwehrmänner und -frauen. Viele der derzeitigen Aktiven stammen folgerichtig aus der Jugendfeuerwehr, zeitweise waren es rund zwei Drittel aller Aktiven. Auch Kommandant Hans Eisele stammt aus dieser Nachwuchsgruppe, ebenso Jugendleiter Marcus Eisele.

Bei den Übungen, die in einem 14-täglichen Rhythmus stattfinden, lernen die Jugendlichen das kleine Einmaleins der Feuerwehr. Dies stellt aber nur einen Teil der Jugendarbeit dar, denn soziale Kompetenz, Teamarbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung sind ebenfalls Kernbestandteile des spielerischen Lernens. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung wird deshalb ein großer Teil der Zeit für allgemeine Jugendarbeit verwendet. So gibt es Sport, Spiel, Basteln, Ausflüge, Zeltlager oder Natur- und Umweltschutzaktionen. Beim Übungsdienst findet die theoretische Kenntnisvermittlung zumeist im Winterhalbjahr statt, die Praxis dagegen im Sommer. So haben die Ausbilder genug Zeit, die Grundlagen zu vermitteln und dann in der Realität zu vertiefen. Außerdem ist es im Sommer warm genug, um die Übungen auch mal in einer Wasserschlacht enden zu lassen.

Die Jugendfeuerwehr Hedelfingen umfasst heute 16 Jugendliche, mitmachen kann jeder Interessierte im Alter zwischen neun und 17 Jahren. Dass Feuerwehrarbeit keine Männerdomäne mehr ist, zeigt der Anteil der Mädchen: Neun sind aktuell mit Feuereifer dabei und stellen damit sogar die Mehrheit in der Hedelfinger Nachwuchsabteilung. Mit Beginn des 18. Lebensjahres endet die Zeit in der Jugendfeuerwehr, und den Heranwachsenden wird die Möglichkeit geboten, in den aktiven Feuerwehrdienst zu wechseln. Jugendarbeit in der Feuerwehr ist eine anspruchsvolle Aufgabe, vor allem für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Es gilt, rechtliche Rahmenbedingungen wie Jugendschutzgesetze oder Unfallverhütungsvorschriften zu beachten, die Jugendlichen zu motivieren, feuerwehrtechnische und allgemeine Bildungsarbeit zu leisten oder auch einfach mal ein auflockerndes Spiel zwischendurch anzubieten.

Die Jugendfeuerwehrabteilung hat derzeit fünf feste Betreuer. Diese verrichten bei der Freiwilligen Feuerwehr Hedelfingen auch ihren aktiven Feuerwehrdienst. Für ihre Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr sind die Betreuer auf dem Gebiet der Jugendarbeit ausgebildet. Momentan wird die Jugendabteilung von Marcus Eisele geleitet, Stellvertreter sind Tobias Koch und Simon Ellwanger, weitere Betreuer Oliver Müller und Philipp Schaupp. Zu verdanken ist die Erfolgsgeschichte der Hedelfinger Jugendfeuerwehr aber auch den ehemaligen Jugendleitern Horst Kaller, Adolf Kies, Karl-Heinz Pfeiffer, Alexander Eisele, Wolfgang Gohl, Stefan Breuning, Reiner Mann, Heike Herterich, Thorsten Frech und Stefan Beuß.

Sicherheit für Hedelfingen

Es ist keine leichte Aufgabe, für die Sicherheit der Hedelfinger Bürger zu sorgen. Tatsächlich kann jedermann schon morgen bei einem Verkehrsunfall im Blech seines Fahrzeugs eingeklemmt werden oder sein Hab und Gut durch ein Feuer bedroht sehen. Wer wünscht sich da nicht eine helfende Hand, die Leben rettet und schützt, eine helfende Hand, die im Unglücksfall schnell zur Stelle ist? Diese helfende Hand ist die Freiwillige Feuerwehr. Rund um die Uhr, an Feiertagen genauso wie in der Silvesternacht, sind die Feuerwehrleute bereit, das Leben der Bürger und deren Umwelt zu schützen. Hedelfingen braucht seine Freiwillige Feuerwehr und seine Jugendfeuerwehr. Die Wehr ist gerüstet, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen.

Quelle und Foto: Freiwillige Feuerwehr Hedelfingen

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