Alles unter einen Hut?

Miteinander klar zu kommen, wird um so schwieriger, je mehr Menschen „unter einen Hut“ zu bringen sind. Keine Gesetzmäßigkeit, aber ein Stück Lebenserfahrung. Der Streit um die Hauptradroute 2 zeigt dies sogar in zweifacher Hinsicht. Erstens: Mitreden wollen neben Stadt- und Verkehrsplanern, die den Job professionell machen, auch jede Menge Laien. Die aber entscheidungsbefugt (Gemeinderat) oder zumindest beratend tätig sind (Bezirksbeiräte). Zusätzlich melden sich „normale“ Bürger zu Wort, die mit ihren Wohn-, Mobilitäts-, Freizeit-, Sicherheits- und wer weiß noch was für Interessen betroffen sind oder sich betroffen fühlen. Alles in allem eine ziemliche Menge also. Zweitens: Wo einer schon ist, kann ein zweiter nicht hin. Oder doch, und wenn ja, wie? So wird in Wangen und Hedelfingen seit Jahren um ein vertägliches Miteinander von Auto- und Radfahrern gerungen, die auf derselben Verkehrsader von A nach B fahren wollen oder sollen. Schon dies „unter einen Hut“ zu bekommen, ist überaus schwierig. Zusätzlich sollen nun auch noch zwei Stadtbahnlinien über einen Kreisverkehr geführt werden, und ansatzweise entdeckt man inzwischen auch den Fußgänger als Verkehrsteilnehmer. Mit einem Förderprogramm sorgt die Stadt derweil für immer mehr sperrige Lastenräder. Wo sollen die eigentlich alle parken? Ante portas stehen zudem die E-Scooter, die die Radwege mitbenutzen sollen. Tretroller gibt es schon, sie fahren überall. Und wenn die Politiker und Planer noch lange streiten, wird der Ruf nach Rollator-Spuren nicht mehr lange auf sich warten lassen. Schließlich entwickelt sich die Republik schnurstracks zur Altenheimat.

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 29.5.2019

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