Danke, EU!

Der vorige Freitag wird vermutlich als Meilenstein in die Geschichte des Verbraucherschutzes eingehen. Seitdem gilt nämlich die Datenschutzgrundverordnung. Zu verdanken haben wir diese Errungenschaft der Europäischen Union. Wer sonst passt so gut auf uns auf, wie wir es nie selber könnten? Aber Vorsicht: Wie so oft, verberegen sich im Kleingedruckten Stolperfallen! So dürfte vielen noch gar nicht bewusst sein, dass ab sofort keine Fake News mehr ohne schriftlichen Hinweis auf deren Herkunft und fehlenden Wahrheitsgehalt verbreitet werden dürfen. Und wer künftig in seinem Urlaub zufällig die Bundeskanzlerin, den Papst oder gar den Bundestrainer trifft, darf zwar nach wie vor ein gemeinsames Selfie machen, dieses aber nur noch anonymisiert verbreiten. In sozialen Netzwerken darf man nämlich Fotos, auf denen Prominente, berühmte Bauwerke oder geschützte Markenartikel zu sehen sind, nur noch veröffentlichen, wenn alles, was sich nicht dagegen wehren kann, vorher sorgfältig verpixelt wurde. In den meisten Fällen bleibt dann nur noch die eigene Visage übrig – und wer will die schon sehen? Wer sich daran gewöhnt hat, sein Leben mit den Siris und Alexas dieser Welt zu organisieren, wird schnell merken: Nicht mal die Wetterprognose kommt noch aus dem heimischen Lautsprecher, wenn dafür bei Petrus und Frau Holle keine Einverständniserklärung eingeholt worden ist. Ganz besonders hart trifft es Waldorfschüler. Ohne vorheriges schriftliches Einverständnis der Eltern dürfen sie jetzt nicht einmal mehr ihren Namen tanzen. Danke, EU!

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 30.5.2018

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