Der Prinz, die Rolle und die Prinzen Rolle

Warum darf deBeukelaer seine beliebten „Doppelkekse mit 46 % Kakaocremefüllung” eigentlich immer noch in der „Prinzen Rolle” verkaufen? Eine „Prinzessinnen- und Prinzen-Rolle” wäre ja wohl das Mindeste, oder?! Alternativ eine „Prinzen-Rolle (m/w/d)”. Und wenn der Prinz dann noch ein Sternchen bekäme, fiele ihm wahrscheinlich auch kein Zacken aus der Krone. Was ist eigentlich eine männliche Prinzessin? Bei Prinzen handelt es sich um „nicht regierende Nachkommen bestimmter Familien (Häuser) des Hochadels”, lehrt uns Wikipedia – Zufallsprodukte also und eigentlich von der Rolle. Und das Nicht-Regieren dauert manchmal ganz schön lange. Prinz Charles kann ein Lied davon singen. Der Sohn von Elisabeth II und Prinz Philip ist schon seit 1952 Thronfolger. Eine Prinzenrolle, die Geduld und Ausdauer erfordert. Aber wohl so gut honoriert wird, dass man sich ohne Probleme täglich eine „Prinzen Rolle” genehmigen kann. Wesentlich kürzer ist die Amtszeit von Karnevals*prinzen – die im Gegensatz zu echten Prinzen weder „nachkommen” noch zum „Hochadel” gehören, sondern in „Hochburgen” des Karnevals* „vorkommen” (Ätsch, das * ist hier kein Gendersternchen, sondern eine Fußnote für die Anmerkung, dass es je nach Region oder Vorliebe Prinzenrollen auch in der Fastnacht oder im Fasching gibt.). Die Rolle solcher Prinzen beschränkt sich auf die Jahreszeit, die von den Karnevalisten gerne als die fünfte des Jahres bezeichnet wird. Eine kleine Prinzenrolle sozusagen. Aber nicht immer eine einsame. Oft wird dem Karnevalsprinz nämlich eine -prinzessin zur Seite gestellt. Die beiden regieren dann als „Prinzenpaar”, ein Begriff, der in bestimmten Kreisen heutzutage für Aufregung sorgen kann – man könnte schließlich auch „Prinzessinnenpaar” sagen oder „Prinz -in-Paar” oder was immer einem da einfallen mag. In Köln hat der Prinz sogar zwei „neben sich gehen”, Bauer und Jungfrau. Wobei „die” Jungfrau immer ein Mann ist. Alle eingefleischten GendererInnen – auch außen – dürfen sich zum Trost jetzt über eine „Prinzen Rolle” hermachen, sie – die Rolle – vernaschen und dabei quasi nebenher ihn – den sie umhüllenden Prinzen – von der Bildfläche verschwinden lassen. Jetzt aber genug mit dem verbalen Gekrümel hier? Okay! Schließlich ist heute Aschermittwoch, und an dem ist bekanntlich alles vorbei. Stimmt gar nicht. Denn: Jetzt kommt die Fastenzeit. Mit der Frage: worauf verzichten? Bestimmt nicht oder jetzt erst recht auf die „Prinzen Rolle”!?

Rundgeschaut … Die wöchentliche WILIH-Kolumne

 

 

 

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