Der Unterstand hat überlebt

Stuttgart-Heumaden … Der Unterstand an der Heumäder „Bäckerwiese“ präsentiert sich wieder frisch. Rund sechzehn Jahre nach seiner Errichtung war er auch wirklich nicht mehr sehr ansehnlich. Das fanden auch einige Jugendliche, die sich dort regelmäßig treffen. Anfang Juli seien sie deshalb auf die Mobile Jugendarbeit zugekommen, berichtet Andrea Wollmann. Sie boten der Jugendarbeiterin an, sich an einer Renovierung des Häuschens zu beteiligen.

Am „runden Tisch“ geeinigt

Nach einer Abstimmung mit dem städtischen Gartenamt und mit Hilfe der Firma Zaunbau Koch ging es Anfang der Sommerferien ans Werk. Vier motivierte Jugendliche – „drei davon Mädchen“ (Wollmann) – halfen beim Messen, Sägen, Schrauben und Hämmern. Schon sah der Unterstand wieder fast aus wie neu. Dann kam die Ferienzeit, und danach waren bereits wieder die ersten „Verschönerungen“ an der Seitenwand entstanden. Dadurch wurde der ursprüngliche Plan, eine farblose Holzschutzlasur aufzutragen, unmöglich. Stattdessen entschieden Wollmann und die Mädchen, ihn mit einer Wetterschutzfarbe in einem dunklen Grau zu streichen, auch die alte Rückwand, die vorher gründlich gereinigt wurde. Das geschah Anfang Oktober unter der durchweg positiven und regen Anteilnahme aller Passanten. Der Plan ist nun, die Wand kontrolliert zu verzieren mit Ideen und Motiven, die mit vielen Jugendlichen, die den Unterstand nutzen, abgestimmt werden sollen. Der Zeitpunkt stehe noch nicht fest, berichtet Andrea Wollmann, ein wenig hänge dies vom Wetter ab. Immerhin regne es aber jetzt nicht mehr hinein.

Wie das Foto zeigt, gefällt der Unterstand nicht bloß der Jugend. Dabei war dies nicht immer so. Bevor die Holzhütte entstehen konnte, waren etliche „Verhandlungen“ notwendig. Anwohner hatten sich mit dem seinerzeit geplanten Spielplatz auf der „Bäckerwiese“ überhaupt nicht anfreunden können. Und auch die Idee mit einem Unterstand als Treffpunkt für Jugendliche fiel anfangs keineswegs auf fruchtbaren Boden. Der damalige Heumäder Pfarrer Joachim Schäfer wurde eingeschaltet, es gab einen „runden Tisch“, an dem sich Anwohner, Nutzer, Streetworker der Mobilen Jugendarbeit, Sozialarbeiter und Vertreter des Gartenamtes mit ihm zusammensetzten; auch der Sillenbucher Bezirksbeirat war involviert.

Eine Erfolgsgeschichte

WILIH berichtete am 4. Oktober 2000 über das glückliche Ende der Verhandlungen: „Der umstrittene Unterstand werde zunächst für ein Jahr errichtet, so Schäfer. Nach einem genau festgelegten Verfahren würde nach dieser Zeit überprüft, ob der Unterstand bestehen bleibt.“ Wie dieses „Verfahren“ tatsächlich abgelaufen ist, wiessen vermutlich nur Insider. Jedenfalls so erfolgreich, dass an der Bäckerwiese – und nicht „Bäckerwiesle“, wie Pfarrer Schäfer nicht müde wurde, dem Volksmund zu widersprechen – Ruhe eingekehrt ist. Hier wird gerne gespielt, hier trifft man sich – und das nun auch wieder im Trockenen und ohne Zugluft im renovierten Unterstand.

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