Die Nummer Eins der Welt?

Die Nummer Eins der Welt sind wir! Das war 2014. Im Corona-Jahr 2020 hat Fußball-Deutschland andere Sorgen, als sich zu feiern. Deutschland rangiert aktuell auf Platz 14 der Weltrangliste. Einen Rang vor der Schweiz. Insofern spiegelt das Unentscheiden vom 13. Oktober ziemlich gut die Listensituation wider. Zur Klarstellung: Hier ist die Rede von den Männern. Bei den Fußballerinnen steht Deutschland auf Platz 2, hinter den amtierenden Weltmeisterinnen aus den USA. Bei den männlichen Weltmeistern von 2014 sieht es derzeit so aus: Unmittelbar vor Deutschland stehen die Niederlande und Italien. Das tut richtig weh. Dass Europameister Portugal (Rang 5) und Weltmeister Frankreich (Rang 2) weit enteilt sind, verwundert all jene nicht, die sich die jüngsten Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft angeschaut haben. Auf Platz 1 thronen übrigens seit 2018 die Belgier. Ja, die können nicht nur Pommes und Pralinen! Vor diesem Hintergrund kann Fußball-Deutschland aufatmen, dass die Europameisterschaft coronabedingt aufs nächste Jahr verschoben wurde. Doch im nächsten Jahr sollen Jogis Jungs den Titel holen. Na ja, nicht unbedingt. Als Minimalziel hat der Bundestrainer jetzt das Erreichen des Halbfinales ausgegeben. Wie bitte? Was ist denn das für ein Ziel? Die Nummer Drei oder Vier von Europa sind wir? Na, dann muss sich ja keiner bis zum Äußersten anstrengen!? In diese Richtung deutet übrigens auch eine andere Wortwahl. Unsere Mannschaft habe Potenzial, wird der ehemalige Weltmeistertrainier zitiert. Eine weit verbreitete Fußballfloskel. Nur ist Potenzial meistens das vorläufige Ende einer in die falsche Richtung verlaufenen Entwicklung. Erst hat eine Manschaft Erfolg. Bleibt der immer häufiger aus, wird der Mannschaft Qualität zugesprochen. Ist auch die immer schwieriger zu erkennen und schon gar nicht in Erfolg umzumünzen, wird sprachlich die nächst verheerende Stufe gezündet – Potenzial. Wenn auch das nicht mehr abzurufen ist, kommen meistens Begriffe wie Ausscheiden, Abstieg und Neubeginn ins Spiel. Aber: Noch ist ja nichts verloren. Also: Schau’n mer mal…

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