Eichenhain – Was passiert, wenn sich nichts bessert?

Stuttgart-Riedenberg/Sillenbuch … Die umstrittenen Zäune sind verschwunden, die gut gemeinten Maßnahmen zur Besucherlenkung tragen allem Anschein nach aber nur bedingt Früchte. Anfang des Jahres hieß es, dass im Herbst im Eichenhain eine Evaluation stattfinden soll. Danach stellt sich die Frage: Werden die Regeln im Eichenhain beachtet, oder müssen irgendwann Weidezäune aufgestellt werden?

Die immer wieder zu beobachtende Missachtung der Hinweise und Erklärungen mag auch daran liegen, dass viele Besucher die Diskussion um den Naturschutz im Eichenhain nicht verfolgt haben und die Regeln nicht als solche wahrnehmen. Teilweise sind vielleicht auch die Symbole zu dezent oder gar mehrdeutig. Doch es zeigt sich gegen Ende dieses Jahres auch, dass Wutbürger weiter wütend sind. Denn ganz offenkundig geht der Vandalismus weiter. Zwar gibt es keine Zaundrähte mehr zum Durchschneiden, aber die vom Regierungspräsidium und der Stadt Stuttgart als Maßnahmen zur „Besucherlenkung” aufgestellten Hinweise sind mehrfach entfernt oder mit schwarzer Farbe unkenntlich gemacht worden (siehe Foto oben).

Persönliche Eindrücke sind das eine. Doch wie sehen dies die Behörden? Daher hat WILIH dem Regierungspräsidium Fragen zu der angekündigten Evaluation, den Kontrollen vor Ort und möglichen Konsequenzen gestellt. Die Aufsichtsbehörde hat ihre Antworten mit der Stadt Stuttgart abgestimmt.

Wann und wie wird evaluiert?

Bereits jetzt fänden Begehungen statt, teilt Andrea Panitz mit. Dabei würden „das Verhalten der Menschen vor Ort beobachtet sowie Schäden erfasst und einzelne Besuchende auf ihr Verhalten mit Bezug auf die Einrichtungen angesprochen”, schreibt die Pressereferentin des Stuttgarter Regierungspräsidiums. Darüber hinaus seien Mitarbeiter des Vollzugsdienstes des Amts für öffentliche Ordnung der Stadt an den meisten Tagen vor Ort.

Kontrolliert werde zum einen im Rahmen sporadischer Begehungen durch Mitarbeiter der Höheren Naturschutzbehörde des Präsidiums. Zum anderen plane das Regierungspräsidium aber auch, „die Maßnahmen zur Besucherlenkung in Zusammenarbeit mit einer Hochschule zu evaluieren”. Außerdem führe die städtische Untere Naturschutzbehörde Kontrollgänge durch. Und, so Panitz weiter, es würden „eine vegetationskundliche Aufnahme erarbeitet sowie eine Überprüfung der Trampelpfade durchgeführt”.

Ergebnisse der Evaluation zur Besucherlenkung der Höheren Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums würden frühestens 2027 vorliegen, meint die Präsidiumssprecherin.

Wie laufen die Kontrollen ab?

Eine konkrete Aussage zu Konsequenzen sei erst möglich, wenn die Ergebnisse der Evaluation vorliegen, meint Andrea Panitz. Anschließend würden die Beteiligten von Regierungspräsidium und Stadt Stuttgart das weitere Vorgehen festlegen.

Doch schon jetzt werde bei Bedarf eingegriffen. Pressereferentin Panitz erklärt: „Die Mitarbeitenden der zuständigen Naturschutzbehörden bemerken Regelverstöße, insbesondere, was das Betreten des Plateaus abseits der Wege, freilaufende Hunde und den Vandalismus an Einrichtungen zur Besucherlenkung angeht.”

Und die Mitarbeiter des städtischen Vollzugsdienstes sprächen Personen bei Regelverstößen an. Mit durchaus positiven Ergebnissen: „Wenn der Vollzugsdienst etwas zu beanstanden hat, sind die Angesprochenen meist einsichtig. Wilde Müllablagerungen sind nach Beobachtungen des Vollzugsdienstes zurückgegangen.” Verfahren gegen Besucher des Eichenhains habe es bisher nicht gegeben.

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