Tempo 30 vor der Brücke – Bezirksbeirat entsetzt

Stuttgart-Hedelfingen … Ein gerade mal rund 120 Meter langer Straßenabschnitt auf den Otto-Hirsch-Brücken soll ein Tempolimit 30 bekommen. Dies gab Kai Freier am 20. Oktober in der öffentlichen Sitzung des Hedelfinger Bezirksbeirates bekannt.

Bestimmt gut gemeint. Aber auch sinnvoll? Wer dort öfters mit dem Auto unterwegs ist, wundert sich. Denn sehr oft  bildet sich hinter der Ampel vor dem Abzweig zur B10 nach Esslingen ein Stau. Zudem fädeln in die Aufstellfläche vor der Ampel auch noch die vom Otto-Hirsch-Center kommenden Autos ein. Tempo 30 ist dort oft eher Wunsch als Möglichkeit.

Der Hedelfinger Bezirksvorsteher zitiert aus der behördlichen Anordnung, dass eine Geschwindigkeitsbeschränlung auf 30 km/h „auf den Otto-Hirsch-Brücken nach der Bushaltestelle bis zur Abfahrt Uferstraße (B10) in Stuttgart-Hedelfingen” eingerichtet werden soll. Das Tempolimit soll von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 16 Uhr gelten. Grund sei der Schutz „einer dortigen sozialen Einrichtung (Kinder- und Familienzentrum St. Markus Otto-Hirsch-Brücken 22)”.

Mario Graunke (CDU) platzte der Kragen: Dort ein Schild aufzustellen, sei „Geldverschwendung”. Der Hedelfinger Bezirksbeirat möchte die aus seiner Sicht unnötige Ausgabe von Steuergeldern verhindern und fordert neben Unterlassung der Maßnahme eine Stellungnahme der Stadtverwaltung.

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3 thoughts on “Tempo 30 vor der Brücke – Bezirksbeirat entsetzt

  • 29. Oktober 2020 um 22:31
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    An dem Hedelfinger Platz wird jetzt schon der Verkehr künstlich zum Stau abgebremst. Tempo 30 ist nur noch eine Steigerung. Hier wird Stau erzeugt, um die Autofahrer zu ärgern. Denn den (nicht vorhandenen) Fußgängern sind die paar Meter bis zum Zebrastreifen ja nicht zuzumuten. Wer sich mal die Mühe macht, die dortigen Verkehrsströme zu beobachten, kommt unweigerlich zu der Meinung, bei der Ampelsteuerung wurden dem Planer Vorgaben zur Staubildung gemacht. Eine intelligente Ampelsteuerung ist hier ein Fremdwort und bewusst nicht beachtet worden.

  • 29. Oktober 2020 um 17:22
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    Könnte es sein, dass im Vorfeld der Bezirksvorsteher angehört worden ist?
    Wenn auf 120 m bei fünf, an manchen Stellen sechs Fahrspuren und teilweise einem Parkstreifen Tempo 30 angeordnet wird, muss man sich schon an den Kopf greifen, denn zu Beginn und am Ende dieser 120 m gibt es ampelgeregelte Fußgängerüberwege. Bei Tempo 30 ist die Gefahr, dass Fußgänger dazwischen die Straße überqueren wollen, weitaus höher als bei Tempo 50, das dort sowieso kaum möglich ist.

  • 22. Oktober 2020 um 19:38
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    Diese Anordnung zeigt mal wieder, wie vom Schreibtisch aus etwas festgelegt wird, ohne die örtlichen Gegebenheiten zu kennen. Man sollte in der Verwaltung auf die Bezirksbeiräte hören, denn diese kennen die Situation vor Ort besser als die Verwaltung. Wie von Herrn Graunke, und ich denke auch vom gesamten Bezirksbeiratsgremium, festgestellt, ist es eine reine Geldverschwendung. Wer täglich dort vorbeifährt, dem wird gezeigt, dass 30 km/h dort den ganzen Tag noch schnell ist, Schrittempo ist die Realität.
    Es wird Zeit, dass den Verantwortlichen in den Ämtern die Rote Karte gezeigt wird. Liebe Verkehrsplaner, hört auf die Stimmen der Leute, die das tägliche Chaos erleben, vertraut mal der Wirklichkeit und nicht der idealisierten Mikrosimulation am Schreibtischrechner und den Computerexperten, die meinen, alles berechnen zu können. Die Realität sieht anders aus.

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