TransZ ist angelaufen – Suche nach Ideen mit Zukunft

Stuttgart-Wangen … Im Mai ist in Wangen das geförderte Forschungsprojekt TransZ an den Start gegangen. Es basiert auf der Erkenntnis, dass sich urbane Zentren entwickeln. Aber wie? Ziel ist es, diesen Prozess nun in und für Wangen zu analysieren, Ideen zu entwickeln und Impulse zu nachhaltigen Verbesserungen zu geben. Welche Chancen bekommt Wangen dadurch?

TRansZ ist ein Projekt, das sich mit dem Zentrum von Wangen auseinandersetzt. Betreut wird es von einem Forschungsteam der Hochschule für Technik in Stuttgart, gefördert vom Bundesforschungsministerium. Es läuft bis zum Januar 2020. Nach einer Präsentation vor örtlichen Unternehmern (WILIH 12.7.2017) und einer ersten Stärken-Schwächen-Analyse wurde das Vorhaben am 16. Oktober dem Wangener Bezirksbeirat vorgestellt.

Ernüchternde Analyse

Ziel sei die Erarbeitung von Strategien und Ideen, sagte Christine Simon-Philipp. Die Professorin am Zentrum für Nachhaltige Stadtentwicklung der Stuttgarter Hochschule für Technik setzt dabei auf die Unterstützung der Kommune. Die Stadt Stuttgart habe, als nach einem Kandidaten für TransZ gesucht wurde, spontan Wangen vorgeschlagen, berichtete sie. Die Gründe lassen aufhorchen: Trading Down, wenig Planungen, schlechtes Außen­image. Daran soll in den kommenden Jahren gearbeitet werden. Aber nicht nur von den Forschern, sondern von möglichst vielen, die ihren Standort selber mit voran bringen können: Gebäudeeigentümer, Einzelhändler, Gastronomen, Vereine, Organisationen, Kunden.

Die Expertise aus dem Stadtbezirk soll bei der Ideenentwicklung einbezogen werden. Dies vor dem Hintergrund von rasant zunehmendem E-Commerce und aggressiven Discountern im Umfeld, die Kaufkraft aus dem Zentrum abziehen. Die Ausgangslage ist einigermaßen ernüchternd: Wangen liegt zwar toll zwischen Hang und Neckar, den Fluss kann man aber kaum „erleben“, und im Ort plagen Defizite. Einen ersten Ideenpool für Wangen gibt es aber schon: Imageverbesserung mittels Wangen als „Marke“, Visualisierung der Ortsgeschichte, Interventionen im öffentlichen Raum, Förderung der Kommunikation zwischen allen Bevölkerungsgruppen, Übergangsnutzungen für leerstehende Ladenlokale. Daraus sollen jedoch keine „spinnerten Ideen“ für die Schublade entwickelt werden, stellte Christine Simon-Philipp klar, sondern solche, die eine echte Zukunfts­chance haben.

„Ich glaub’, das wird gut“

Die Bezirksbeiräte zeigten sich abstrakt angetan von dem Vorhaben. Doch ihre Nachfragen signalisierten im Konkreten Skepsis. So zweifelt Volkmar Mäckle (SPD) an der Begeisterungsfähigkeit privater Gebäudeeigentümer. Peter Selig-Eder (SöS-Linke-plus) vermisst die Nachhaltigkeit; immerhin biete das Projekt die Gelegenheit, mal wieder laut über einen Ortsbus nachzudenken. Marijan Laszlo (CDU) fehlt der Glaube an städtische Unterstützung – zu oft habe sich die Verwaltung bereits als Hemmschuh erwiesen; er erinnert an die in der Versenkung verschwundene Idee eines Neckar-Cafés bei der Schleuse oder an die nach wie vor notleidende Gestaltung des Keltervorplatzes. Barbara Stock-Edinger (Grüne) fragte mit besorgter Miene nach Mitteln für die Umsetzung von Ideen. Und Ingrid Kreis (Freie Wähler) hält eine Auftaktveranstaltung für unumgänglich, damit sich die Bürger angesprochen fühlen. Im Dezember soll sich zum zweiten Mal der Projekt-Lenkungsausschuss treffen, Ergebnisse der Analyse erfahren und erste Impulsprojekte besprechen. Anfang Januar wäre eine Ideenwerkstatt denkbar, meint Beate Dietrich. Die Bezirksvorsteherin ist optimistisch: „Ich glaub’, das wird gut.“

Foto oben: Eine Klasse für sich ist der Blick vom Wangener Berg zum gegenüberliegenden Württemberg – aber über Wangen soll nicht länger hinweggeschaut werden.

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