Zwei Wochen Stau-Urlaub

Stuttgart hat rund 630.000 Einwohner und knapp beziehungsweise gut halb so viele Wohnungen und Autos. Einfach gerechnet: In jeder Wohnung leben durchschnittlich zwei Menschen, die sich ein Auto teilen. Damit können sie innerhalb der Landeshauptstadt gute 1.400 Kilometer Straßen befahren. Rein statistisch betrachtet, befinden sich also täglich auf jedem Stuttgarter Straßenkilometer etwa 235 Autos. Macht im Schnitt zehn Autos pro Kilometer und Stunde, wenn man von gleichförmigem Verkehr über alle 24 Stunden des Tages ausgeht. Also in der Praxis eher doppelt so viele Autos, weil auch Autofahrer nachts mehr schlafen als Auto fahren. Macht vielleicht 20 Autos pro Kilometer. Alle Neben- und Wohnstraßen inbegriffen. Also vielleicht eher 50 Autos pro Kilometer tatsächlich genutzter Straße? Bei einer Fahrzeuglänge von fünf Metern plus Zwischenräumen wären also alle relevanten Straßen im Durchschnitt halbvoll. Berufspendler wären meistens froh, es wäre so. Dass Stuttgart nicht mehr die Stauhauptstadt von Deutschland ist, tröstet sie wenig. Sie verbringen 108 Stunden im Jahr im Stau. Das sind 4,5 Tage à 24 Stunden oder 13,5 Arbeitstage à acht Stunden. So viel wie zwei Urlaubswochen. Immerhin: Wenigstens kann man dabei sitzen. Was sagen uns diese – zugegebenermaßen stark vereinfachenden – Rechenspiele? Zum Beispiel, dass Elektromobilität allein nicht die Lösung sein kann. Dann mag es zwar weniger Luftschadstoffe geben, aber das Hauptproblem der Fahrzeugdichte wird sich wohl nicht nennenswert verändern, so lange in jedem Auto – egal mit welchem Antrieb – kaum jemand sitzt.

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 13.11.2019

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