Geschwister-Scholl-Gymnasium in Sillenbuch: Machbarkeitsstudie vorgestellt

Eine Machbarkeitsstudie, die acht Monate bei der Stadt unter Verschluss war, zeigt zwar auf, was man im Sillenbuch-Riedenberger Schulzentrum machen könnte. Ausgehend von dem, was man machen müsste. Aber klar ist: Es gibt noch kein Geld, also auch keinen Plan. Und klar ist aber schon jetzt: Es wird teuer und dauert Jahre.

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) ist – wie viele Stuttgarter Schulen – sanierungsbedürftig. Zudem platzt es aus allen Nähten. Das GSG ist schon jetzt das größte Gymnasium der Landeshauptstadt, hat 950 Schüler und immer noch enormen Zulauf. Das Problem sei schon seit 2008 bekannt, sagt die Rektorin. Der benachbarten Grundschule Riedenberg fehlen Flächen für Ganztagesbetreuung und Mensa, deshalb wird sie noch keine Ganztagesschule. Ohne den betreffenden Antrag kann die Stadt aber keine Erweiterung planen. Derweil wird eine Sporthalle an der Kemnater Straße durchgeplant, aber auch dafür fehlen noch die Baumittel. Und die Zahlen wachsen und wachsen: Inzwischen spricht die Stadt von 42 Millionen Euro Sanierungsbedarf am GSG. Ein Neubau des Gymnasiums wäre angeblich für 35 bis 37 Millionen Euro zu haben. Allerdings ohne Grundstück. Weil die städtische Machbarkeitsstudie dazu aber nichts aussagt, bittet der Sillenbucher Bezirksbeirat nun um Prüfung.

Tür zur Neubau-Idee offen

In der Studie hat sich eine Variante herauskristallisiert, die von Schulverwaltungs- und Hochbauamt sowie den Architekten gemeinsam empfohlen wird. Sie geht von einer Erweiterung der Grundschule für den Ganztagesbereich aus – dafür müsste aber ein Teil des Schulhofs überbaut werden. Keine gute Idee, findet die Schulleiterin. Das GSG soll einen Erweiterungsbau zwischen Richard-Schmid- und Kemnater Straße bekommen – mit Fachräumen für naturwissenschaftlichen Unterricht. GSG und Grundschule sollen sich eine gemeinsame Mensa teilen. Außerdem soll das Gymnasium umfassend saniert werden, danach hätte es „Neubaustandard”, ist man sich im Hochbauamt sicher. Aber: Sechs Jahre dürfte das alles dauern. Wohlgemerkt: Ab einem Beschluss des Stuttgarter Gemeinderats, dies alles zu finanzieren. Was frühestens mit dem Doppelhaushalt 2016/17 möglich wäre. Nebeneffekt: langjährige Interimslösungen für Schüler und Lehrer. Erste Ausweichadresse ist die nicht mehr benötigte Werkrealschule in Heumaden. Es droht aber auch jahrelanger Unterricht in Schulcontainern.

Auch deswegen – von den Kosten ganz abgesehen – gaben am vorigen Mittwoch die Sillenbucher Bezirksbeiräte zu bedenken: Ein Neubau könnte für das GSG die bessere Lösung sein. Das ginge sehr wahrscheinlich schneller und würde den laufenden Schulbetrieb nicht belasten. Nachteil: Am GSG würde in der Zeit nur noch geflickt, was kaputt geht. Das muss man abwägen. Aber: Die Tür zur Neubau-Idee ist nun geöffnet. Und damit zu der Frage nach einem geeigneten Grundstück. Da gäbe es eines, und das gehöre sogar der Stadt, verkündete Roland Steiner vom Schulverwaltungsamt den Beiräten: direkt oberhalb der neuen Waldorfschule. Aber das sei für die B 312 reserviert. Stimmt gar nicht, meinten einige. Vielmehr habe man es wegen seiner Funktion als Frischluftschneise bislang nicht bebauen wollen. Und dann gibt es noch ein Areal zwischen GSG und Kemnater Hof. Aber auch hier spielt die B 312 wohl immer noch eine Rolle. Obwohl kaum noch jemand mit der Bundesstraße rechnet.

Was wäre denn denkbar?

Doch damit wird der „Schulcampus“ nun ein Thema für die Stadtplanung. Was die Vertreter von Hochbau- und Schulverwaltungsamt unterstützen. Denn so schön die Gedankenspiele am grünen Tisch sein mögen: Ohne Geld kann eben nicht gabaut werden. Ohne Pläne gibt es jedoch keine Mittel. Und ohne Planung keine Pläne. Was mit den jetzigen Schulgebäuden machbar ist, liegt nun vor. Jetzt sollte weiter gedacht werden: Was wäre denn überhaupt denkbar? Und das möglichst rasch, im Idealfall schon in der nächsten Bezirksbeirattssitzung. Denn: Die Zeit drängt! Ärgerlich: Zu der jetzigen Erkenntnis hätte man auch schon acht Monate früher gelangen können, wenn man dem Sillenbucher Bezirksbeirat die Machbarkeitsstudie gleich nach deren Fertigstellung im Februar präsentiert hätte. • mk

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