Modellprojekt: Radverkehr sichtbar machen

Ostfildern … Ein Modellprojekt in Ostfildern untersucht, ob das Radfahren sicherer und attraktiver gemacht werden kann. Dazu wurden in Ruit, Kemnat und zwischen Scharnhausen und dem Scharnhauser Park Schutzstreifen markiert.

Das Forschungsprojekt ist von der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) und dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg initiiert worden. Derzeit werden in insgesamt 28 Kommunen und Landkreisen zwei verschiedene Arten von Schutzstreifen markiert, die so bisher nicht oder nur mit Ausnahmegenehmigung zulässig waren. Mit den Erkenntnissen aus der Praxis sollen die Ausgestaltung und Lücken für den Einsatz von Schutzstreifen in der Radverkehrsführung geschlossen werden und den Planern die Anwendung erleichtern. Die Stadt Ostfildern ist bei dem Modellprojekt mit drei Pilotstrecken dabei.

Schutzstreifen innerorts

Im Projekt werden jetzt „zweiseitige Schutzstreifen innerorts auf Straßen mit schmalen Kernfahrbahnen“ untersucht. Die Frage ist, wie sich das Verkehrsverhalten der Autofahrer verändert, wenn zu Lasten der Fahrbahnbreite ein Schutzstreifen markiert ist. Im Bereich der Kirchheimer Straße in Ruit ist nun auf einem Modellabschnitt ein Schutzstreifen für Radfahrer in beide Richtungen markiert.

Weiterhin wurde ein „einseitiger Schutzstreifen innerorts mit Steigungen“ auf Abschnitten der Kirchheimer Straße in Ruit sowie der Reutlinger Straße in Kemnat bergauf markiert, weil die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrern und somit der Schutzbedarf für die Radfahrer besonders groß ist, so die Überlegungen. In Kemnat wurde zusätzlich eine bergab führende Piktogrammspur markiert, um auf Radfahrer besonders aufmerksam zu machen.

Schutzstreifen außerorts

In den vergangenen Jahren haben sich Pedelecs und E-Bikes, mit denen man komfortabel auch größere Distanzen zurücklegen kann, als feste Größe im Straßenverkehr etabliert. Dadurch werden auch Landstraßen zunehmend interessant für den Radverkehr. Ostfildern hat den bisher nicht zulässigen „Schutzstreifen außerorts“ im Bereich der Kreuzbrunnenstraße ab Ortsausgang Scharnhausen bis kurz vor die Kreuzung Kreuzbrunnen-/Niemöllerstraße markiert (siehe Foto). In beiden Fahrtrichtungen wurden Verkehrsschilder errichtet, die alle Verkehrsteilnehmer auf das Modellprojekt hinweisen.

Warum überhaupt Schutzstreifen?

Die übergreifenden Ziele des Forschungsprojekts Schutzstreifen sind die Radverkehrsförderung und Förderung der Verkehrssicherheit sowie ein durchgängiges und lückenloses Radverkehrsnetz. Oftmals ist es auch die einzige Möglichkeit, den Radverkehr für die Autofahrer sichtbar zu machen: Radfahrer tauchen nicht plötzlich an Kreuzungen auf, sondern werden durchgehend auf einer eigenen Spur im Verkehr mitgeführt.

Aber nicht nur Rad- und Autofahrer profitieren von der Radverkehrsführung. Auch Fußgänger sind sicherer unterwegs, wenn Radfahrer einen eigenen Bereich auf der Fahrbahn haben und somit dem Fußgänger auf dem Gehweg nicht mehr in die Quere kommen. Mit dem Modellprojekt Schutzstreifen möchte die AGFK-BW Radverkehrsführungen ermöglichen, die bisher noch nicht zulässig sind, die aber zu mehr Verkehrssicherheit von Radfahrern beitragen können.

Quelle: Stadt Ostfildern

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